Eine Kommunikationsanalyse des Bundeskriminalamtes zeichnet ein wenig schmeichelhaftes Bild der Angeklagten im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow. Die 30-Jährige sei demnach egozentrisch, eifersüchtig, kontrollierend und habe ein großes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das sagte einer der BKA-Fallanalytiker am Donnerstag vor dem Landgericht Rostock.
Verhalten blieb konstant
Das Kommunikationsverhalten der Frau sei vor und nach dem Tod des Jungen überwiegend gleich geblieben. In ihren Sprach- und Textnachrichten habe sie ein „weiterhin konstant egozentrisches Verhalten“ gegenüber Fabians Vater gezeigt, auch als dessen Sohn vermisst wurde. Die Kommunikation kreiste laut Analyse typischerweise um ihre eigenen Bedürfnisse und war von wenig Empathie geprägt.
Fabians Vater sah sich demnach während seiner Beziehung mit der Frau, aber auch während einer zeitweisen Trennung regelmäßig mit Vorwürfen konfrontiert. Es seien jedoch auch Abweichungen festgestellt worden.
Auffällige Nachfragen am Tattag
Am Tag von Fabians Verschwinden habe sich die Frau verstärkt bei dem Vater erkundigt, warum dieser besorgt sei. Dieser hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass ihm etwas Sorgen bereite, aber noch nicht gesagt, dass Fabian vermisst wird. Es folgte eine „sehr intensive Befragung“ des Vaters durch die Angeklagte, wie der Vorsitzende Richter Holger Schütt es beschrieb.
Der BKA-Beamte sagte, Nachfragen dieser Art habe man in den untersuchten vorhergehenden Nachrichten nicht gefunden. Normalerweise interessierte sich die Frau wenig für das Befinden des Mannes.
Prozess nach Pause fortgesetzt
Seit Donnerstag wird der Mammutprozess nach einer vierwöchigen Pause fortgesetzt. Als Zeugin war unter anderem die Schwester der Angeklagten geladen.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Das Motiv soll mit ihrer Beziehung zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende zusammenhängen. Es ist der mittlerweile 20. Prozesstag.