Blaualgen: Ostsee-Badegäste lassen sich nicht abschrecken
Blaualgen: Ostsee-Badegäste lassen sich nicht abschrecken

Trotz der aktuellen Blaualgen-Warnung an mehreren Badestellen der Ostsee gehen in Warnemünde und Markgrafenheide zahlreiche Menschen ins Wasser. Viele Urlauber lassen sich davon nicht abschrecken und schwimmen in der Ostsee.

Urlaubsstimmung trotz Warnung

Ein junges Paar kommt gerade aus dem Wasser und trocknet sich am Strand ab. Auf die Frage nach den Blaualgen sagt der Mann: „Mir ist das scheißegal. Wir sind gesund und haben keine offenen Wunden.“

Anna und Lilith liegen im Bikini in der Sonne. Anna war bereits baden, Lilith verzichtet lieber darauf. Die Meldungen über Blaualgen haben Lilith vorsichtig gemacht. „Lieber nicht.“

Information und Abwägung

Jan Ehmke macht mit seiner Frau und den beiden Kindern Urlaub in Warnemünde. Er war heute bereits in der Ostsee – etwa zehn Minuten lang. „Vorher hatte ich mich bei der Wasserwacht erkundigt“, erläutert er. „Es geht, denn heute ist ablandiger Wind.“ Seine Frau beobachtet derweil die Kinder, die in der Ostsee baden.

Ein anderer Badegast ärgert sich über die Medien und wirft ihnen „Panikmache“ beim Thema Blaualgen vor.

Gesundheitsamt rät zur Vorsicht

Die Medien geben jedoch nur wieder, was die Behörden mitteilen. So rät das Gesundheitsamt der Hansestadt Rostock ausdrücklich zur Vorsicht. Untersuchungen hätten das Vorkommen toxinbildender Cyanobakterien – umgangssprachlich Blaualgen – bestätigt. Besonders Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten vorsichtig sein.

Der Tipp der Behörde: Sind im knietiefen Wasser die Füße nicht mehr zu sehen oder sind Verfärbungen auf der Wasseroberfläche erkennbar, sollte man es meiden. Hunde sollten das belastete Wasser auf keinen Fall trinken.

Wasserwacht: Risiko geringer, aber nicht null

Martin Zavesky, Wachleiter der DRK-Wasserrettung in Markgrafenheide, kennt die Diskussion. Die Wasserqualität werde regelmäßig von den Behörden kontrolliert, betont er.

„Es muss jeder für sich selbst abwägen, ob er baden geht“, sagt Zavesky, der seit über 25 Jahren im Wasserrettungsdienst engagiert ist. Die Lage sei dynamisch: „Je nach Wind können Ansammlungen näher ans Ufer gedrückt oder wieder hinausgetrieben werden.“

Deshalb sollten Badegäste unbedingt die Hinweise der Behörden und Rettungsschwimmer beachten. Die Rettungskräfte seien „sensibilisiert“. Sollte ein Badender in eine problematische Algen-Ansammlung geraten, müsse die Rettung möglichst schnell erfolgen. „Eine lange Exposition muss vermieden werden“, so Zavesky.

Grund zur Panik sieht er nicht. „Genau hinschauen ist wichtig.“ Wer ungewöhnlich trübes Wasser entdecke, sollte das Baden dort lieber lassen.