SEK-Einsatz in Rostock: 47-Jähriger mit Messer und Machete überwältigt
SEK-Einsatz in Rostock: 47-Jähriger überwältigt

Ein 47-jähriger Mann hat am Donnerstag, 6. August, einen stundenlangen Polizeieinsatz in Rostock ausgelöst. Er soll sich mit einem Küchenmesser und einer Machete in seiner Wohnung im Stadtteil Dierkow verschanzt und gedroht haben, sich selbst etwas anzutun. Am Ende wurde niemand verletzt.

Stundenlanger Einsatz mit SEK in Dierkow

Da der Mann eine Kontaktaufnahme zu den Beamten ablehnte, musste am Ende sogar das Spezialeinsatzkommando (SEK) anrücken und den 47-Jährigen überwältigen. Gegen 10.30 Uhr hatte der Einsatz in einer Wohnung im Kurt-Schumacher-Ring begonnen. Er sollte bis etwa kurz vor 15 Uhr andauern.

Die Einsatzkräfte wurden zu dem 47-jährigen Mann gerufen, da er sich laut Polizei in einem psychischen Ausnahmezustand befunden hätte. „Eine Angehörige rief die Polizei, nachdem er damit gedroht hatte, sich selbst umzubringen“, erklärte eine Sprecherin der Polizeiinspektion.

Polizisten in Kettenhemden und mit Ramme

Polizisten eilten zu dem Mehrfamilienhaus, versuchten zunächst Kontakt zu ihm aufzunehmen. Bekannt war, dass der Deutsche bereits im vergangenen Jahr einen Polizeieinsatz ausgelöst hatte, weil er damals Beamte mit einem Messer bedroht haben soll. Auch vor einem Jahr ging es nach Polizeiangaben darum, dass er sich selbst etwas antun wollte. „Da dieser auf die Ansprache der Beamten nicht reagierte, wurden Spezialkräfte der Polizei hinzugezogen“, so die Polizeisprecherin weiter.

Für die Beamten war dabei höchste Vorsicht geboten, da er dieses Mal auch eine Machete in der Wohnung gehabt haben soll. Das Spezialeinsatzkommando samt Verhandlungsgruppe rückte schließlich an. Später gingen sie unter anderem mit einer Ramme, einer Schlinge und mit Kettenhemden zu Werke. Diese Hemden kommen immer dann zum Einsatz, wenn Stiche oder Schnitte als Angriffshandlungen erwartet werden.

SEK stürmt die Wohnung

Während einige SEK-Beamte zunächst im Treppenhaus Stellung bezogen und versuchten, durch die Wohnungstür Kontakt zum 47-Jährigen aufzunehmen, sprachen andere Beamte auf der Rückseite des Hauses durch die geöffnete Balkontür über einen Lautsprecher zu ihm. Sie forderten ihn lautstark auf, mit erhobenen Händen auf den Balkon zu kommen und sich zu ergeben.

Da aber auch das keinen Erfolg hatte, schlug das SEK schließlich mit der Ramme die Tür ein, stürmte in die Wohnung und überwältigte den 47-Jährigen. Der Mann leistete keinen Widerstand, wurde nicht verletzt. Laut Polizeisprecherin Katja Weizel seien auch keine anderen Personen verletzt worden. Der Einsatz sei vorrangig zur Gefahrenabwehr geführt worden, hieß es am Donnerstagnachmittag. Im Anschluss wurde der Mann abgeführt und kam zur Behandlung in die Nervenklinik nach Gehlsdorf. In der Wohnung fanden die Beamten das Küchenmesser und eine Machete. Die Ermittlungen laufen noch.