DDR-Zug E 11 013: Heimlicher Star der Hanse Sail in Warnemünde
DDR-Zug E 11 013: Star der Hanse Sail

Die historische E 11 013 aus Glauchau war am Samstag, 8. August, im Bahnhof Warnemünde zu bestaunen. Der Sonderzug, bespannt mit Fahrzeugen aus der DDR- und Deutsche-Reichsbahn-Ära der 1970er und 1980er Jahre, trug den Namen Ostseeexpress Hansesail. An der Spitze lief die 82,5 Tonnen schwere Lokomotive.

Von Glauchau nach Warnemünde: pure Ostalgie

Organisiert wurde die Fahrt vom Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf gemeinsam mit der IG Traditionslok 58 3047 e.V. Glauchau. Die Strecke führte von Zwickau über Glauchau und Chemnitz nach Warnemünde, wo die Passagiere Aufenthalt zur Hanse Sail hatten.

Die Baureihe E 11 entstand ab den 1960er Jahren für die Deutsche Reichsbahn und prägte lange den elektrischen Schnell- und Reisezugdienst in der DDR. Die E 11 013 ist museal erhalten und wird bei Sonderfahrten eingesetzt.

Ost und West in Warnemünde vereint

Parallel erreichte am selben Tag der 1.-Klasse-Sonderzug AKE-Rheingold der früheren Deutschen Bundesbahn Warnemünde. So waren zur Hanse Sail zwei Nostalgiezüge aus Ost und West zeitgleich vor Ort.

Lokführer Peter Benrath schilderte den Einsatzablauf: „Wir sind um 11.02 Uhr pünktlich angekommen und fahren um 16.54 Uhr wieder ab.“ Dampfbetrieb sei auf der langen Strecke nicht vorgesehen: „Für eine Dampflok ist die Strecke zu weit. Die braucht unterwegs mehrfach Wasser, dafür gibt es kaum noch Möglichkeiten.“

Zurück über Berlin und Dresden

Die Rückfahrt sollte über Berlin, Falkenberg und Dresden gehen. Die Mitfahrt erfolgte laut Lokführer über vorab gekaufte Fahrkarten.

Manche Waggons wurden im VEB Lokomotivbau Elektronische Werke „Hans Beimler“ in Henningsdorf hergestellt.

Lokführer fährt lieber historische Maschinen

Benrath war seit Beginn der 1980er-Jahre im Eisenbahnbetrieb tätig und begann 1983 als Triebfahrzeugführer bei der Berliner S-Bahn in Ost-Berlin. Die historischen Maschinen fahre er gern: „Die modernen Loks sind ganz anders. Ich fahre lieber Loks in meinem Alter.“