RedSam: „Absolute Beleidigung für den Hip-Hop“ – Kritik an Ikkimel vor Hanse Sail
RedSam: „Beleidigung für Hip-Hop“ – Kritik an Ikkimel

Schauspielerin Sarah Hannemann, bekannt aus Serien wie „Rote Rosen“ und „Rosamunde Pilcher“, startet unter dem Künstlernamen RedSam im Hip-Hop durch. Am Samstag, 8. August, tritt sie beim Moby Dick Markt auf der Rostocker Hanse Sail auf. Vorab übt die 36-Jährige scharfe Kritik am Provokations-Hip-Hop, wie ihn die Berliner Künstlerin Ikkimel verkörpert.

„Nenn es irgendwie, nur nicht Hip-Hop“

Für die millionenfach geklickte Partymusik hat Hannemann nichts übrig. Sie nennt sie „eine Katastrophe“ und „eine Beleidigung für den Hip-Hop“. Ikkimel sei „das Falscheste, was es zurzeit in der Musik gibt“, so die Newcomerin. Die Chart-Stürmerin baue ihre Karriere ausschließlich auf Provokation auf, nicht auf inhaltlicher Auseinandersetzung.

Besonders kritisiert Hannemann die vermittelten Werte: „Die Werte, die sie vermittelt, sind keine feministischen oder freiheitlichen, wie alle denken.“ Ikkimel erzähle Jugendlichen effektiv, „dass es geil ist, rumzuvögeln, Drogen zu nehmen und dass Männer per se scheiße sind“.

Angst vor Vereinnahmung

Hannemann selbst vermeidet eine klare feministische Haltung in ihrer Arbeit – aus Angst vor Vereinnahmung. „Genau wegen solcher Leute wie Ikkimel sind die Debatten unendlich aufgeladen“, sagt sie. Sie sei für „wirklich echte“ Gleichberechtigung, aber nicht für Hass und Hetze – „egal ob gegen Frauen, gegen Männer oder Menschen mit anderer Hautfarbe“.

Provokation geht auch anders

Auf Provokation verzichtet RedSam nicht, aber „die geht halt auch anders, ohne Spaltung und differenzierter“. Sie setze auf altmodische Handarbeit beim Schreiben: „Ich wälze Worte so lange, bis die Zeile für mich Sinn stiftet – und wenn es Wochen dauert.“

Schon mit zwölf Jahren wollte Hannemann Rapperin werden, die Schauspielkarriere kam dazwischen. Nun erfüllt sie sich mit 36 ihren Jugendtraum. Bei der Hanse Sail präsentiert sie am 8. August um 15 Uhr vor dem Kröpeliner Tor ein Set mit acht Songs, darunter die neue Single „Daylight“ mit Sängerin Jazka. Ihr Anspruch: „Hip-Hop sollte immer gegen jede Unterdrückung, gegen Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art sein.“