Mecklenburgstraße wird Fahrradstraße: Umbau startet im Oktober
Mecklenburgstraße wird Fahrradstraße: Umbau startet im Oktober

Die Mecklenburgstraße in Schwerin wird zwischen Ärztehaus und Geschwister-Scholl-Straße zur Fahrradstraße umgebaut. Die Bauarbeiten beginnen im Oktober und sollen bis März 2029 abgeschlossen sein. Das hat die Schweriner Politik beschlossen.

Acht Bauabschnitte geplant

Die Bauarbeiten werden in acht Teilabschnitten durchgeführt, wie Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des städtischen Fachdienstes Verkehrsmanagement, erklärt. „Es ist nie die ganze Straße im Bau, sondern nur bestimmte Abschnitte, wobei die anderen Straßenabschnitte in der Zeit weiterhin nutzbar bleiben. Dadurch können wir die Belastungen für die Anwohnerschaft erheblich reduzieren“, so Smerdka.

Der Verkehr außerhalb der Baustellenabschnitte müsse kaum eingeschränkt werden. Auch in den temporären Bauabschnitten bleiben Anlieger für Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei und Notarzt erreichbar. Umzüge und Handwerker könnten im Einvernehmen mit der Baufirma abgestimmt werden.

Ausschreibung läuft noch

In den kommenden zweieinhalb Jahren wird nicht durchgehend gearbeitet. Die Ausschreibung für das Bauvorhaben läuft derzeit noch, der Submissionstermin ist in der nächsten Woche. Es gebe bereits eine zweistellige Anzahl von Bietern, so Smerdka. Im Zuge der Baumaßnahme soll auch eine Fernwärmeleitung verlegt werden.

Radfahrer erhalten Vorrang

Nach der Umgestaltung können Autos die Straße weiterhin befahren, verlieren aber ihren Vorrang. Radfahrer dürfen dann die gesamte Fahrbahnbreite nutzen und auch nebeneinander fahren. Autofahrer müssen darauf Rücksicht nehmen.

Um den Kfz-Durchgangsverkehr zu reduzieren, wird eine gegenläufige Einbahnstraße eingerichtet. Der Radverkehr bleibt in beiden Richtungen möglich. Tempo 30 bleibt bestehen, ebenso die bisherigen Regelungen im weiteren Verlauf der Mecklenburgstraße, inklusive sommerlichem Tagesfahrverbot für Radler.

Parkplätze werden deutlich weniger

Die Zahl der Parkplätze sinkt von 150 auf 72. Parkflächen für Autos gibt es dann nur noch auf einer Straßenseite. Auf der anderen Seite sind Fahrradhäuser, Stellplätze für Lastenräder und Fahrradbügel geplant. Der Parkbereich wird mit einem Sicherheitsstreifen von der Fahrbahn getrennt, um Dooring-Unfälle zu verhindern.

Die verbliebenen Pkw-Parkplätze sollen ausschließlich für Bewohner mit Bewohnerparkausweis reserviert werden. Trotz der Reduzierung sei das Angebot für Anlieger ausreichend, erklärt Smerdka: „Das können wir aufgrund der Zahl der ausgegebenen Bewohnerparkausweise gut einschätzen.“ In der politischen Debatte war die Parksituation ein großes Thema.

Neue Brücke über Ludwigsluster Chaussee geplant

Mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ soll auch eine neue Brücke über die Ludwigsluster Chaussee entstehen, die von Radlern und Fußgängern genutzt werden kann. Die alte Stadionbrücke wurde 2014 gesprengt. Die künftige Überführung wird aus Carbon sein, kündigt Smerdka an: „Wir wollen das Projekt noch in diesem Jahr ausschreiben.“ Zudem soll die Stadionstraße zur Fahrradstraße ausgebaut werden.