Hanse Sail: Achtjähriger packt auf der Wylde Swan als Matrose an
Hanse Sail: Achtjähriger hilft als Matrose auf der Wylde Swan

Auf der 35. Hanse Sail in Rostock zeigte der achtjährige Philipp Speelmann an Bord der „Wylde Swan“, wie man schon als Kind wie ein Matrose anpackt. Bei einer der Ausfahrten auf der Ostsee zog er kräftig an den Tauen, um das große weiße Segel zu setzen – und hatte dabei sichtlich Spaß.

Mit anpacken statt nur zuschauen

„Ich fand das gut, weil man viele neue Sachen lernen konnte“, sagte der Achtjährige. Er erklärte: „Ich habe an den großen Seilen gezogen, damit das Segel aufgeht. Dann wird das auseinandergezogen und wir mussten loslassen und kurbeln, damit es sich spannt.“ An Bord durften alle Gäste mithelfen – das ist Konzept des Schoners.

Die „Wylde Swan“ ist mit 62 Metern Länge, 43 Metern Masthöhe und 1130 Quadratmetern Segelfläche der größte Zweimast-Topsegelschoner der Welt. Das 1920 gebaute Schiff dient seit den 2010er-Jahren als schwimmende Segelschule und fährt im Winter mit jungen Trainees durch die Karibik. Im Sommer kreuzt es in europäischen Gewässern und öffnet sein Deck für Tagesgäste.

Gäste am Ruder und in den Seilen

Unter der Regie von Kapitän Jeroen Peters und seiner jungen Crew wurden die Gäste der Ausfahrt am Sail-Donnerstag aktiv eingebunden. Urlauber Norbert Möllersmann stand am Steuerrad. „Der Kapitän hat eine Anweisung gegeben, die ich an einem kleinen Bildschirm auch gesehen habe“, erklärte er. „Mal fünf Grad, mal zehn Grad in die eine oder andere Richtung. Und wenn man das erreicht hat, musste das dem Kapitän dann bestätigt werden.“

Das Navigieren war Feinarbeit: „Nachher hat man das so in etwa raus“, so Möllersmann. „Aber das war schon schwierig, denn das Schiff reagiert sehr träge. Unter Segel sogar noch mehr.“

Segeln fordert Technik statt Kraft

Auch Philipps Mutter Ivonne Speelmann war von der Ausfahrt begeistert, aber überrascht: „Ich fand es total spannend“, sagte sie, „aber ich war total überrascht, wie anstrengend das ist.“ Ein Crewmitglied verriet ihr einen Trick: „Ich muss gar nicht nur Kraft haben“, sagte sie. „Ich muss mich nur mit dem ganzen Körper reinwerfen.“

Während der Ausfahrt wurden auch Tricks wie das richtige Schwungholen oder Festzurren von Seilen vermittelt. Mit Blick auf die junge Crew, zumeist unter 20 Jahren, wollte sie ihren Respekt ausdrücken.