Hanse Sail 2026: Achtjähriger hilft als Matrose auf der „Wylde Swan“ mit
Hanse Sail: Achtjähriger hilft auf der „Wylde Swan“ mit

Bei der 35. Hanse Sail in Rostock erlebten Gäste an Bord der „Wylde Swan“ ein besonderes Segelerlebnis. Der achtjährige Philipp Speelmann half tatkräftig mit, die riesigen Segel zu setzen. Der größte Zweimast-Topsegelschoner der Welt öffnete sein Deck für Tagesgäste, die selbst Hand anlegen durften.

Mit acht Jahren wie ein Matrose

Philipp Speelmann zog kräftig an den dicken Tauen, bis sich das weiße Segeltuch hoch am Himmel spannte. „Ich fand das gut, weil man viele neue Sachen lernen konnte“, sagte der Achtjährige. Er erklärte: „Ich habe an den großen Seilen gezogen, damit das Segel aufgeht. Dann wird das auseinandergezogen und wir mussten loslassen und kurbeln, damit es sich spannt.“

Der 17-jährige Ruben Visser, Mitglied der Crew, wies Philipp beim Bedienen der Taue an. Die „Wylde Swan“ ist mit 62 Metern Länge, 43 Metern Masthöhe und 1130 Quadratmetern Segelfläche der größte Zweimast-Topsegelschoner der Welt.

Schwimmende Segelschule in der Karibik

Das Schiff wurde 1920 als Fischereitrawler gebaut und 2010 zum Topsegelschoner für Sail-Training umgebaut. Unter dem Dach von Swan Expeditions dient es in den Wintermonaten als schwimmende Segelschule. Junge Trainees fahren monatelang durch die Karibik, haben an Bord Schule und lernen das Segeln praktisch.

In den Sommermonaten kreuzt der Schoner in europäischen Gewässern. Die Crew besteht größtenteils aus ehemaligen Trainees, die nun als Deckhands Seetage sammeln.

Gäste am Ruder

Unter Kapitän Jeroen Peters wurden die Gäste von der ersten Minute an eingebunden. Urlauber Norbert Möllersmann stand am Steuerrad. Er hatte früher schon kleinere Jollen gesteuert, doch der riesige Schoner verlangte Konzentration: „Der Kapitän hat eine Anweisung gegeben, die ich an einem kleinen Bildschirm auch gesehen habe“, erklärte er. „Mal fünf Grad, mal zehn Grad in die eine oder andere Richtung.“

Das Navigieren war echte Feinarbeit: „Nachher hat man das so in etwa raus“, so Möllersmann. „Aber das war schon schwierig, denn das Schiff reagiert sehr träge. Unter Segel sogar noch mehr.“

Technik statt Kraft

Auch Philipps Mutter Ivonne Speelmann war überrascht, wie anstrengend das Segeln ist. Ein Crewmitglied verriet ihr einen Trick: „Ich muss gar nicht nur Kraft haben“, sagte sie. „Ich muss mich nur mit dem ganzen Körper reinwerfen.“ Mit Blick auf die junge Crew, zumeist unter 20 Jahren, brachte sie vor allem eines zum Ausdruck: „Respekt!“