Im Rahmen der Hanse Sail öffnet die Deutsche Marine ihre Tore im Stützpunkt Hohe Düne in Rostock. Noch bis Sonntagnachmittag um 16 Uhr führen Soldaten durch ausgewählte Bereiche, erklären Technik und beantworten Fragen. Zu besichtigen ist unter anderem die Korvette Oldenburg. Die Anreise erfolgt bequem per Fähre aus Warnemünde.
Vielseitiges Programm für Groß und Klein
Zu den Programmpunkten zählen „Open Ship“ auf Marineeinheiten und Gastliegern, Mitfahrten auf Barkassen, Pinassen und Segelkuttern sowie Ausstellungen von Großgerät des Heeres und der Luftwaffe gemeinsam mit Partnern der Bundeswehr. Geplant sind zudem Tauchvorführungen im Container, dynamische Vorführungen und Einblicke in den Flugbetrieb.
Fregattenkapitän Alexander Horn, Kommandant der Korvette Köln, berichtet von großem Interesse: „Wir hatten relativ viele Besucher, auch gestern schon. Auffällig ist, dass die Leute nicht nur gucken kommen, sondern interessierte Fragen stellen – zu unseren Einsätzen, wie wir an Bord leben und wie man zur Bundeswehr kommt.“ Gründe sieht er in einem allgemein gestiegenen Interesse an Streitkräften und Sicherheitspolitik. Zugleich gelte: „Wir zeigen nichts Geheimes. Führungen sind auf das beschränkt, was man ohnehin sehen oder nachlesen kann. Es gibt klare Sicherheitsvorgaben.“
Ideal für Familien
Horn, der seit 1999 in Rostock im Einsatz ist, empfiehlt das Gelände besonders Familien: Neben den Kriegsschiffen gebe es viele Mitmachangebote, etwa zur Wasseraufbereitung, eine Fahrschule, Knotenübungen, eine Art Schnitzeljagd und die Besichtigung eines Hubschraubers. Bei den dynamischen Vorführungen zeigen spezialisierte Kräfte ihre Fähigkeiten. „Man darf viel anfassen. Kaputt machen kann man hier nichts, wir achten darauf“, so Horn.
Das Ehepaar Simone und Heiko Hesse nutzt den Urlaub an der Ostsee für einen Besuch. „Wir verbringen gerade in Warnemünde unseren Urlaub und haben das mit der Hanse Sail verbunden“, sagen sie. Der Reiz des Stützpunkts liege auch darin, „weil man da ja sonst nicht reinkommt“. Ihr Eindruck: „Sehr interessant. Man kann viele technische Sachen anschauen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.“
Besonders beeindruckt hat sie der Rundgang auf der Oldenburg. „Das live zu sehen, ist überwältigend“, so die Hesses. Auch wenn in diesem Jahr nach ihrer Wahrnehmung weniger große Schiffe vor Ort sind, gefalle ihnen „das ganze Flair“ der Veranstaltung.
Schiffe und Einheiten vor Ort
Neben den in Warnemünde stationierten Korvetten präsentieren sich weitere Einheiten. Das Minenjagdboot „Siegburg“ aus Kiel etwa nimmt an den Vorführungen teil.
Was beim Rundgang auf der „Oldenburg“ beim Blick auf ein 27-Millimeter-Leicht-Geschütz klar wird: Hier geht es bei aller Hanse Sail Lockerheit um eine ernste Angelegenheit. Das Geschütz hat eine Munitionsvorladung von 135 Schuss und dient unter anderem der Bekämpfung großer Kampfboote. Bis zu 4000 Meter Entfernung.