Ein verletzter junger Seehund, der vor zwei Wochen am Strand von Warnemünde gefunden wurde, erholt sich im Marine Science Center. Der Heuler hat seit seiner Aufnahme von etwa zehn auf inzwischen 13 Kilogramm zugenommen und soll im Herbst wieder in die Ostsee entlassen werden.
Fund und erste Maßnahmen
Der Strandvogt sperrte den Bereich zunächst ab, damit das Tier möglichst ungestört bleiben konnte und seine Mutter die Möglichkeit hatte zurückzukehren. Da die Mutter nicht zurückkehrte und der Heuler am gut besuchten Strand kaum Ruhe fand, wird er nun im Marine Science Center versorgt.
Pflege und Entwicklung
Dort wird der Heuler von Robbenexperten aufgezogen. Bei seiner Ankunft hatte er eine Bissverletzung am Kopf, die vermutlich von einer Kegelrobbe stammte. Die Wunden seien inzwischen erfolgreich versorgt worden, sagte Guido Dehnhardt vom Marine Science Center. Auch die Fütterung verlaufe gut: Das Jungtier bekommt pürierten Fisch.
Die Experten sind zuversichtlich, dass der Seehund später wieder ausgewildert werden kann. Voraussetzung ist, dass er gesund bleibt und noch deutlich an Gewicht zunimmt. Für das Marine Science Center ist es erst der zweite junge Seehund, der dort aufgezogen wird. Bereits 2023 wurde ein Heuler versorgt und später erfolgreich ausgewildert.
Hinweise für Strandbesucher
Immer wieder werden Robben an den Stränden der Ostsee entdeckt. Experten weisen darauf hin, dass die Tiere nicht angefasst oder bedrängt werden sollten. Stattdessen werden Strandbesucher angehalten, ausreichend Abstand zu halten und gegebenenfalls zuständige Stellen zu informieren. So könne die Situation zunächst von Fachleuten beurteilt und bei Bedarf weitere Hilfe organisiert werden.