Speerwerferin Ulbricht will bei der EM ins Finale
Speerwerferin Ulbricht will ins EM-Finale (17.08.2026)

Die Rostocker Speerwerferin Julia Ulbricht vom 1. LAV Rostock hat sich für die Europameisterschaften in Birmingham qualifiziert. Am Freitag, 14. August, ab 11.40 Uhr will sie sich für das Finale am Sonntag qualifizieren. Die 25-Jährige hat mehrfach darüber nachgedacht, den Speer in die Ecke zu stellen, aber sie biss sich durch.

Vom Tiefpunkt zur deutschen Meisterin

Schon 2025 war Ulbricht mit 61,02 Metern deutsche Jahresbeste. „Am Ende war es eher wieder enttäuschend, denn letztlich hat es mir nichts gebracht. Ich hatte zwar die Bestätigungsnorm für die WM, doch bei den Deutschen habe ich verletzt geworfen. Mit einer besseren Platzierung hätte es gereicht, um zur WM zu fahren. Aber natürlich war es ein großer Schritt, dass ich die 60 Meter geknackt habe“, so die Athletin.

In diesem Jahr stabilisierte sie sich auf höherem Niveau, übertraf mehrfach die 60-Meter-Marke und warf bei den Deutschen Meisterschaften 61,58 Meter. „Ich habe das erst gar nicht richtig realisiert, dass ich mit Bestleistung deutsche Meisterin geworden bin und dabei noch neben der EM- auch die Kadernorm erreicht hatte. Als ich zu Hause bei meiner Mama stand und sie umarmt habe, bin ich in Tränen ausgebrochen“, sagt Julia Ulbricht.

Rückschläge und Neuanfang

Im Nachwuchs war die Hansestädterin regelmäßig bei internationalen Meisterschaften dabei, gewann 2019 Silber bei der U20-EM und wurde 2017 Vierte bei der U18-WM. Der Übergang zu den Erwachsenen misslang jedoch, auch wegen Verletzungen wie einer Ellbogen-OP. „Ich war verletzt und es setzte ein blöder Prozess ein. Ich verlor den Spaß und die Selbstsicherheit. In den letzten Jahren war es superschwer dranzubleiben, wenn man Probleme hat und nicht in den Kader kommt, kaum von außen unterstützt wird. Dann wirft man einmal gut, ist wieder verletzt. Es war echt hart.“

Mit ihrem Trainer Mark Frank gab es Höhen und Tiefen, doch das Duo raufte sich zusammen. „Wir hatten Höhen und Tiefen untereinander, aber bewiesen, dass sich das am Ende auszahlt. Ich möchte mir und allen anderen beweisen, auch denen, die vielleicht nicht mehr an mich geglaubt haben, dass ich weiter werfen kann“, so Ulbricht.

Training in Australien und EM-Ziel

Vor der Saison trainierte die 25-Jährige mehrere Wochen in Australien bei Uwe Hohn, der den „alten“ Speer auf 104,80 Meter warf, und Ozeanien-Rekordhalterin Kathryn Mitchell. „Ich habe das als Trainingslager genommen, weil mir ja keins vom Verband finanziert wurde. Es war mein Traum, einmal woanders mitzutrainieren. Das war in jedem Fall eine super Sache und hat mein Selbstvertrauen gestärkt.“

In Birmingham sind 61,00 Meter für den Finaleinzug nötig. „Ich bin total motiviert und freue mich drauf, richtig gut zu werfen. Ich weiß, dass ich noch viel weiter werfen kann. In erster Linie möchte ich ins Finale kommen. Ansonsten gibt es keinen richtigen Favoriten. Alle werfen inkonstant und tun sich schwer in diesem Jahr. Natürlich träume ich davon, einmal eine Medaille zu gewinnen und würde mich nicht beschweren, wenn es klappt. Aber mein Hauptziel sind die Top-Acht.“