Beim Segelcamp am Güstrower Inselsee haben 20 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren gemeinsam eine Woche verbracht. Zehn von ihnen sind Mitglieder im Wassersportverein von 1928 Güstrow (WVG), zehn kommen aus sozial schwachen Rostocker Familien. Organisiert wurde das Camp vom WVG und der Interessengemeinschaft (IG) Segeln Rostock, in der auch der WVG Mitglied ist. Die Schirmherrschaft übernahm der Rotary Club Rostock-Horizonte, der das Camp auch finanzierte.
Gemeinsam segeln und voneinander lernen
Die Segelwoche fand auf dem Gelände des WVG am Inselsee statt. Höhepunkt war eine Ausfahrt mit einem Boot der Pirat-Klasse, bei der die erfahrenen Segler Piet Henning Spitzer (15) und Anton Stieblich (14) mit den Anfängern Orestas Andrulaites (13) und Mia Sperber (11) segelten. Die beiden Rostocker hatten zuvor noch nie gesegelt und lernten es im Camp.
Die Idee zu dem Camp entstand bei Sven Olsen, dem scheidenden Präsidenten des Rotary Clubs, selbst begeisterter Segler und Gründer der ecolea-Schulen. Zusammen mit Rolf Krämer, ebenfalls Segler, entwickelte er die Idee, Kindern aus finanziell schwierigen Verhältnissen das Segeln zu ermöglichen. Uwe Ochmann, Vereinssportlehrer der IG Segeln, leitete die Woche gemeinsam mit Anita Stieblich, Vorstand für Kinder- und Jugendarbeit im WVG.
Positive Erfahrungen und neue Freundschaften
Die Kinder und Jugendlichen kamen gut miteinander aus, es gab keinen Streit. Piet Henning Spitzer zeigte sich begeistert: „Ich hatte viel Spaß und habe viele tolle neue Leute kennengelernt. Sonst sind im Verein ja immer die Gleichen da. Es war wirklich mal was anderes und auch nicht so leise. Das Camp hat prima funktioniert.“ Anton Stieblich gab zu, dass er anfangs unsicher war, aber sich im Laufe der Woche angefreundet hat. Orestas Andrulaites gefiel das Camp, weil er zum ersten Mal gesegelt ist. Mia Sperber fand alles „ganz cool“.
Anita Stieblich betonte, dass sich die Kinder auf Augenhöhe begegneten und sich gegenseitig halfen. Die Großen passten auf die Kleinen auf. Für den WVG gab es einen zusätzlichen Gewinn: Laura, eine ehemalige WVG-Seglerin, die im Camp eine große Hilfe war, kehrt wahrscheinlich als Übungsleiterin in den Verein zurück.
Straffes Programm mit Praxis und Kultur
Das Programm war anspruchsvoll: Athletik, Theorie, Bootsbau, Bootskunde, Manövertraining, Schwimmtest und viel Baden. Uwe Ochmann sprach von einer „32-Stunden-Woche“. Dazu kamen kulturelle Highlights wie das Beobachten der Sonnenfinsternis und der Perseiden, ein Kinoabend, Stockbrotessen und Lagerfeuer. Die Vollverpflegung übernahm Jette Schröder vom Klubhaus am Inselsee. Am Ende erhielten alle Kinder ein eigens angefertigtes T-Shirt als Dankeschön.