Die Fassadensanierung der St.-Georg-Grundschule in der Rostocker Steintor-Vorstadt wird deutlich länger dauern als geplant. Statt Ende 2026 soll das Bauvorhaben nun erst im Herbst 2027 abgeschlossen sein. Das teilte der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) der Hansestadt mit.
Marodes Mauerwerk entdeckt
Ursprünglich sollte nur der Schmuckgiebel über dem rechten Eingang saniert werden. Doch bei den Arbeiten stellte sich heraus, dass das gesamte Fassadenmauerwerk schadhaft ist. Zwischen 8000 und 10.000 Ziegel- und Formsteine, teilweise mit farbiger Glasur, müssen ersetzt werden.
Die Schule wurde 1892 gegründet und ist eines der ältesten noch als Schule genutzten Gebäude der Stadt. Die Sanierung ist aufwendig, weil alle Schmuckziegel und grün glasierten Formsteine denkmalgerecht in Manufaktur nachgebrannt werden müssen.
42.000 Meter Fugen und marode Stahlträger
Neben den Steinen ist auch der Mörtel porös. Insgesamt müssen etwa 42.000 Meter Fugen erneuert werden. Zudem sind die Stahlträger der beiden Schmuckgiebel marode und müssen teilweise ersetzt werden. Die Kosten für das Gesamtvorhaben werden auf knapp drei Millionen Euro geschätzt, die Hälfte davon wird gefördert.
Das Restaurierungsunternehmen Hollerung hat bereits zwei Brennereien und einen Glasurbetrieb gefunden, die die neuen Steine herstellen können. Als Vorbild dient die Fassadensanierung des Rostocker Wasserturms, bei der 50.000 Steine ersetzt wurden.
Kreuzblumen werden neu gebrannt
Projektleiterin Sabine Esau vom KOE bezeichnet das Vorhaben als „äußerst spannend“. Besonders die steinernen Kreuzblumen auf den Giebeln seien schön. Acht der insgesamt 16 Kreuzblumen werden neu gebrannt und ersetzt.
Die Schule wird abschnittsweise saniert und ist deshalb nicht durchgehend eingerüstet. Die Grundschüler müssen aber weiterhin auf einer Baustelle zur Schule gehen.