Team Freiheit startet Wahlkampf in Rostock mit schwarz-weißer Kampagne
Team Freiheit: Wahlkampfstart in Rostock

Die Partei Team Freiheit hat am Montag, 10. August, in Rostock ihre Plakatkampagne für Mecklenburg-Vorpommern präsentiert. „Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Land, in dem Team Freiheit zur Wahl eintritt und Rostock ist die größte Stadt von MV“, begründete Gründerin und frühere AfD-Chefin Frauke Petry die Wahl des Ortes. Die Kampagne ist bewusst in Schwarz-Weiß gehalten und soll für eine Reduktion auf das Wesentliche stehen. Im Fokus stehen provozierende Statements wie „Ganz MV hasst das Finanzamt“, „Staatsabtragend“, „Westfernsehen abschaffen“ und „Die einzige Partei, die Dich wählt“.

Schlanker Staat als Kernbotschaft

Inhaltlich setzt Team Freiheit auf einen deutlich schlankeren Staat. „Weniger Staat, mehr Freiheit“, sagte Petry. Probleme sollten vor allem Bürger und Unternehmen lösen, nicht Behörden oder Ministerien. Als politisches Vorbild nannte sie Ludwig Erhard und sprach sich für einen „gründlichen Schnitt“ aus. Ziel sei es, den Sozialstaat „massiv“ zu beschneiden, damit sich Arbeit wieder lohne. Mit Blick auf die FDP sagte Petry, deren frühere freiheitliche Versprechen würden seit Jahren nicht mehr eingelöst.

Abgrenzung von AfD und FDP

Der Vorsitzende von Team Freiheit, Thomas Kemmerich, einst Kurzzeit-FDP-Ministerpräsident in Thüringen, betonte, man teile zwar Analysen mit AfD und FDP, nicht aber die Lösungswege. Die AfD sei „inzwischen eine staatstragende Partei“ und strukturell eine Altpartei, die Probleme mit „mehr Staat“ nur mit anderem Personal lösen wolle. Team Freiheit setze dagegen auf den Rückbau staatlicher Aufgaben. Dabei nannten Petry und Kemmerich die innere und äußere Sicherheit, Infrastruktur und Bildung als Kernbereiche.

Wahlkampf über soziale Medien

Der Wahlkampf, so Kemmerich, werde stark über soziale Medien laufen. „Mecklenburg-Vorpommern ist großflächig, die Zielgruppen finden sich vor allem im Mittelstand und in der Mittelschicht.“ Man wolle Menschen ansprechen, die weder ein „Alle gegen die AfD“-Bündnis noch die AfD selbst wählen möchten.

Rostock-Kandidat kritisiert Verwaltung

Aus Sicht von Rostock-Kandidat Hannes Grabia, Unternehmensberater, passt das Konzept der neuen Partei auch zur Hansestadt: „Wir müssen in Rostock genau dasselbe machen wie im ganzen Bund - weniger Verwaltung.“ Wegen Partei- und Verwaltungszwängen gäbe es in Rostock eine ganze Reihe von Problemen. „Eigentlich haben wir nur noch staatlich geförderte Industrien hier“, sagt er. Grabia würde auch gern den kommunalen Finanzausgleich beenden. Dies sei „ein System, das dazu führt, dass niemand einsparen möchte“.

Struktur ohne klassische Mitgliedschaft

Team Freiheit grenzt sich vom klassischen Parteienmodell ab. Laut Petry sollen keine „mitgliederstarken Strukturen“ aufgebaut werden. Man suche Unterstützer mit fachlicher Kompetenz – etwa in Medizin, Bildung oder Wirtschaft –, nicht Menschen mit innerparteilichen Karriereambitionen.

Dabei verweist sie auch auf den libertären Kurs des argentinischen Präsidenten Javier Milei. Seine Politik wird oft als Reform per Kettensäge bezeichnet. Es gebe persönliche Verbindungen über ein im vergangenen Herbst gegründetes Institut, für das Milei seine Zustimmung gegeben habe. Sind Kemmerich und Petry also Herr und Frau Milei für Deutschland? „Warum nicht?“, sagen beide und schmunzeln.