Die Gründerin Svea Bublys will mit ihrem trinkfertigen, allergenarmen Matcha auf Haferbasis die deutschen und europäischen Metropolen erobern. Nur ein Jahr nach der Gründung ihrer Firma „mjölkav“ startet sie die Expansion in die DACH-Region.
Die Idee entstand im Supermarkt
Die Gründergeschichte von Svea Bublys begann nicht in einem Konzern oder einer Garage, sondern mit der Suche nach einem schnellen Koffein-Kick zwischen zwei Vorlesungen. Während ihres Master-Studiums Entrepreneurship in Wismar fand ihre Kommilitonin mit Gluten- und Laktoseunverträglichkeit in der Pause kein passendes Kaffee-Fertiggetränk. „Ich fand das so schlimm“, erinnert sich Bublys, die zuvor ihren Bachelor in Wirtschaftsrecht gemacht hatte. In dem Moment war klar: „Diese unsinnige Lücke will ich schließen.“
„Ich habe selbst gefühlt 100 Allergien und verstand das Problem meiner Freundin sofort“, erzählt die junge Gründerin. Eine von vier Personen in Deutschland leide unter irgendeiner Art Unverträglichkeit oder Allergie. „Und trotzdem gibt es kaum antiallergene oder laktosefreie Produkte in den Supermärkten.“ Noch am selben Tag begann sie zu recherchieren.
Entwicklung mit dem Fraunhofer-Institut
„Mit Lebensmitteln kannte ich mich eigentlich gar nicht aus“, gibt Bublys zu. „Darum habe ich mich schon sehr früh an das Fraunhofer-Institut gewandt, die das Produkt mit mir gemeinsam dann entwickelt haben.“ Der Plan: Ein verzehrfertiger Matcha-Drink auf Haferbasis, der frei von Allergenen wie Laktose, Gluten oder Soja ist und ohne Industriezucker auskommt. „Matcha schmeckt vielen zu bitter. Darum wollten wir bewusst eine sanfte Rezeptur schaffen, die trotzdem über drei Gramm Bio-Matcha pro Packung enthält und mit Agavendicksaft leicht gesüßt ist“, erzählt Bublys.
Mit ihren gesamten Ersparnissen aus ehemaligen Werkstudentenjobs finanzierte sie die Entwicklung. Für die CO₂-arme Verpackung im Tetrapak entschied sie sich bewusst – eine Neuheit auf dem Markt für trinkfertigen Matcha. Anfang Januar rollte die erste Charge vom Band.
Herausforderung Vermarktung
Die erste Produktionscharge umfasste 11.000 Einheiten. Über 5.000 Produkte hat die Nachwuchsunternehmerin bereits in die Supermarktregale Rostocks und Umgebung gebracht. Ihr Drink steht etwa im Edeka Center Warnow Park, in den Edeka Zöllick Märkten, im Rewe im Hansaviertel sowie in Städten wie Stralsund und Bad Doberan.
Doch der Weg ins Regal ist hart, weiß Bublys mittlerweile. „Viele denken, wenn man erst einmal gelistet ist, läuft es von allein. Aber die wahre Herausforderung ist es, die Kunden im Laden auf das Produkt aufmerksam zu machen.“ Dazu gehören soziale Medien, aber auch der direkte Kundenkontakt: Deshalb tourt Bublys persönlich über die Märkte des Landes und sucht das Gespräch. Zuletzt etwa auf der 35. Hanse Sail.
„Ich bin auch immer wieder überrascht, was die Kunden alles mit meinem Produkt anstellen“, erzählt Bublys und lacht. „Sie schäumen den Matcha auf, backen damit, machen Cocktails daraus oder mixen ihn mit Vanille-Vodka oder Amaretto – ich finde das einfach großartig.“
Pläne für die DACH-Region
Angst vorm Scheitern hat die 24-Jährige nicht. „Mein Vater ist an meiner Seite“, erklärt sie. Außerdem ist sie der Meinung, man müsse „starten, bevor man komplett bereit ist“. In MV schätzt sie das starke und hilfsbereite Gründer-Netzwerk. „Ich will hier in MV bleiben mit dem Unternehmen“, sagt sie. „Auch wenn wir Norddeutsche manchmal eher weniger experimentierfreudig sind, was die Lebensmittelpalette angeht: Der Markt für ‚mjölkav‘ ist definitiv da und wir wollen zeigen, dass MV auch coole Food-Start-ups hat.“
Ihr Ziel ist es nun, frisches Kapital für die zweite Produktionswelle zu gewinnen. Sie möchte das Sortiment um Barista-Produkte wie Kaffee oder Kakao erweitern und schrittweise ganz Deutschland und Europa, „vor allem die Metropolen“ erobern. „Groß denken“, sagt sie, „ja, das ist genau mein Ding“.