Fünf-Tore-Spektakel: Beck schießt die TSG zum Derbysieg gegen Bolle
Beck schießt TSG zum Derbysieg gegen Bolle

Die TSG Neustrelitz hat am 2. Spieltag der Oberliga-Saison 2026/27 den ersten Sieg eingefahren. Im Derby gegen den SV Siedenbollentin setzten sich die Residenzstädter im Parkstadion mit 3:2 (2:0) durch und feierten den Dreier im Mannschaftskreis mit lauten „Derbysieger“-Rufen.

Starke erste Halbzeit legt Grundstein

Die TSG legte den Grundstein für den Erfolg in den ersten 45 Minuten. Neustrelitz war die bessere Mannschaft, spielte konzentriert und belohnte sich mit einer 2:0-Führung. Nach einem feinen Pass in die Spitze schlug Manuel Härtel bereits nach neun Minuten für die Hausherren zu – 1:0.

Nach einem Fehler im Spielaufbau und einem Pass von Jean Carlo Yanez Cortes scheiterte Jean-Luca Beck zunächst am SVS-Keeper Mika Schneider. TSG-Linksverteidiger Marius Schreiber drückte den Ball zum 2:0 (36.) über die Linie. Das war gleichzeitig der Pausenstand.

Für TSG-Trainer Velimir Jovanovic war das allerdings noch kein Grund zur Entspannung: „Ich glaube, es gibt kein gefährlicheres Ergebnis als das 2:0“, sagte er nach dem Abpfiff. SVS-Coach Christoph Haker fand für den Auftritt seiner Mannschaft vor der Pause deutliche Worte: „Die erste Halbzeit war desolat.“ Siedenbollentin habe sich den Schneid abkaufen lassen und der TSG zwei Geschenke gemacht.

Bolle dreht nach der Halbzeit auf

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der SVS vor rund 600 Zuschauern wie ausgewechselt. Siedenbollentin erhöhte den Druck, während die TSG zunehmend tiefer stand. Die Gäste nutzten ihre stärkere Phase und kamen zum 2:2-Ausgleich.

Zuerst verwertete Bolle-Kapitän Mike Eglseder eine Flanke von Peterson Appiah zum 1:2 (57.), ehe 16 Minuten später Daniel Eidtner nach einer Einzelaktion zum 2:2 traf. Aus der komfortablen Neustrelitzer Führung war ein völlig offenes Derby geworden.

Die Entscheidung fiel eine Viertelstunde vor Abpfiff. Während TSG-Keeper Nicolas Jesus Delpino eine Parade rausholte und zur Ecke klärte, konnten die Hausherren in deren Folge kontern und das 3:2 erzielen. „Ich muss einmal Grüße an meinen Kumpel Carlos geben, dass er noch mal hochguckt und den Ball rüberlegt“, sagte Siegtorschütze Jean-Luca Beck, der die Hereingabe am Ende nur noch über die Linie drücken musste.

Bitterer Ausgang für Siedenbollentin

Nach der 2:3-Auftaktniederlage gegen den SV Lichtenberg 47 habe sich die TSG vorgenommen, kompakter zu verteidigen. Beck ärgerten die erneut zwei Gegentore, doch am Ende zählte für ihn die Reaktion der Mannschaft: „Kämpferisch war es eine 10 von 10-Leistung. Jeder hat alles reingehauen.“

Haker ärgerte sich über die verpasste Chance auf einen Punktgewinn. Nach dem 2:2 habe seine Mannschaft die Partie in die gewünschte Richtung gelenkt. „Wir waren dann schon besser im Spiel und machen auch verdient den Ausgleich“, sagte er. Doch beim entscheidenden Gegentor habe Siedenbollentin einen Fehler gemacht. Anschließend verteidigte die TSG mit großer Leidenschaft und hatte mit Delpino einen starken Rückhalt. „Für uns ist es natürlich ein sehr bitterer Ausgang“, meinte Haker nach der ersten Saisonniederlage. Zum Start gewann Bolle noch mit 2:0 gegen Eintracht Mahlsdorf.

Jovanovic, für den es der erste Sieg im neuen Amt war, zeigte sich zufrieden: „Wir gewinnen das Spiel, weil wir in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft waren.“ Gleichzeitig blieb er selbstkritisch: „Wir sind in einem Prozess, wir sind immer noch lange noch nicht da, wo wir sein wollen.“ Doch genau deshalb seien die drei Punkte so wertvoll.