Grünes Band in MV wird Nationales Naturmonument
Grünes Band in MV wird Nationales Naturmonument

Mecklenburg-Vorpommern hat seinen Abschnitt des Grünen Bandes entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze als Nationales Naturmonument ausgewiesen. Damit erhalten die Flächen von der Ostsee bis zur Elbe einen gemeinsamen Rahmen als Natur- und Erinnerungslandschaft von nationaler Bedeutung. Wie der BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, sind nun die Abschnitte in allen östlichen Bundesländern als Nationale Naturmonumente ausgewiesen.

Schutz für Natur und Erinnerung

Umweltminister Till Backhaus (SPD) und der BUND Mecklenburg-Vorpommern begrüßten die Ausweisung. „Wo Deutschland einst durch Zäune und Stacheldraht geteilt war, verbindet heute die Natur“, sagte Backhaus. Mit dem Schutz übernehme das Land Verantwortung für die Naturlandschaft und die Erinnerung an die deutsche Teilung.

Das Grüne Band als Biotopverbund

Das Grüne Band Deutschland erstreckt sich über 1.378 Kilometer entlang der früheren Grenze und gilt als größtes Biotopverbundsystem Deutschlands. Rund 157 Kilometer davon liegen in Mecklenburg-Vorpommern, das entspricht etwa 4.500 Hektar. Dort finden sich unter anderem Grünland, Moore, Feuchtgebiete, Wälder, Seen und Fließgewässer. Zugleich befinden sich am Grünen Band ehemalige Grenzanlagen, Gedenkorte und Spuren geschleifter Ortschaften.

Zusammenführung bestehender Schutzgebiete

Große Teile des Grünen Bandes sind bereits durch bestehende Schutzgebiete gesichert. Mit der neuen Verordnung werden sie nun unter dem gemeinsamen Dach des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band Mecklenburg-Vorpommern“ zusammengeführt. Bestehende Schutzvorschriften gelten weiter. Noch nicht einbezogene Flächen unterbrechen das Grüne Band derzeit in mehrere Abschnitte. „Jetzt geht es darum, einen durchgängigen Biotopverbund zu entwickeln“, sagte Jessica Sommer vom BUND MV.

Thüringen hatte 2018 als erstes Bundesland seinen Abschnitt des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument gesichert, Hessen folgte 2023. Das Grüne Band geht auf eine Initiative des BUND wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer zurück. Am 9. Dezember 1989 setzten sich Naturschützer aus Ost und West gemeinsam für den Erhalt des früheren Grenzstreifens ein.