Schwerin hat am Donnerstag, 13. August, mit einer Gedenkveranstaltung am Demmlerplatz an den Beginn des Berliner Mauerbaus vor 65 Jahren erinnert. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begann die DDR-Führung mit der Abriegelung der Grenze in Berlin. Die Mauer wurde zum Symbol der deutschen Teilung und eines Grenzregimes, das zahlreichen Menschen das Leben kostete.
Gedenkort mit besonderer Geschichte
Der Ort der Veranstaltung ist bewusst gewählt. Das heutige Gerichtsgebäude am Demmlerplatz war zu DDR-Zeiten Sitz der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit. Hier befand sich auch das Untersuchungsgefängnis, in dem Menschen nach Fluchtversuchen inhaftiert, isoliert, verhört und psychisch unter Druck gesetzt wurden.
Nach Angaben von Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, starben an der 231 Kilometer langen damaligen Grenze in Mecklenburg mehr als 30 Menschen. Mindestens 135 weitere kamen bei Fluchtversuchen über die Ostsee ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte nach seiner Einschätzung deutlich höher liegen.
Mahnende Worte und Zeichen für Demokratie
Stadtpräsidentin Mandy Pfeifer ermahnte, dass persönliche positive Erinnerungen an das Leben in der DDR nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass diese eine Diktatur war. „Erinnerung ist kein Blick zurück, sie ist ein Auftrag für unsere Zukunft“, sagte Pfeifer.
Auch Burkhard Bley, Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Mecklenburg-Vorpommern, erinnerte an die Opfer. Mit dem Mauerbau habe sich für die Menschen in der DDR „endgültig der Eiserne Vorhang“ geschlossen. Das Gedenken solle zugleich ein Zeichen für Demokratie und Freiheit setzen.