Zum Start des neuen Schuljahres haben Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst in Schwerin ein genaues Auge auf die Sicherheit der Schulkinder. Für knapp 10.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen beginnt am 24. August wieder der Unterricht. Für etwa jedes zehnte Kind ist es der erste Schultag.
Verstärkte Kontrollen vor Schulen
Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst führen zum Schuljahresbeginn verstärkte Kontrollen im Umfeld von Schulen durch, teilte die Stadt Schwerin mit. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verkehrssicherheit und die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg.
„Zum Schulstart sind wieder besonders viele Kinder und Jugendliche auf ihrem Schulweg unterwegs. Wir wollen gemeinsam mit der Polizei dafür sorgen, dass sie sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen“, sagt Ordnungsdezernent Silvio Horn (Unabhängige Wähler).
Appell an Eltern und Verkehrsteilnehmer
Kontrolliert wird unter anderem die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, Halte- und Parkregelungen. Gefahrensituationen können laut Stadt insbesondere entstehen, wenn sich durch sogenannte Elterntaxis das Verkehrsaufkommen vor den Schulen stark erhöht.
Ordnungsdezernent Horn appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer, besonders aufmerksam zu sein und Rücksicht zu nehmen. „Ich bitte die Eltern, möglichst auf das direkte Vorfahren bis vor die Schule zu verzichten. Weniger Autoverkehr bedeutet mehr Sicherheit für unsere Kinder.“
Kontrollen mit Gesprächen statt Knöllchen
Die Kontrollen finden den Angaben nach zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Schulstandorten statt. Ziel sei es, durch Präsenz und gezielte Kontrollen die Verkehrssicherheit zu erhöhen und für die besonderen Gefahren im Umfeld von Schulen zu sensibilisieren. Verkehrsteilnehmer müssen bei den Kontrollen vor den Schulen nicht direkt mit Knöllchen rechnen. Vielmehr sucht die Polizei meist aktiv das Gespräch mit Schulen und Eltern, um gemeinsam für eine überschaubare Parksituation zu sorgen und den Verkehrsfluss für die Schulkinder sicher zu halten.
Elterntaxis in der Kritik
Als Elterntaxi bezeichnet man Eltern, die ihr Kind regelmäßig mit dem Auto bis direkt vor die Schule bringen oder dort abholen. Das kann laut ADAC zwar praktisch sein, führt vor vielen Schulen aber zu Staus, riskanten Wendemanövern, Halten in zweiter Reihe und unübersichtlichen Situationen für Kinder. Laut einer Umfrage der ADAC Stiftung aus dem Jahr 2025 legt jedes fünfte Grundschulkind seinen Schulweg meist mit dem Elterntaxi zurück.
Die Mehrheit der vom ADAC befragten Eltern sieht Elterntaxis kritisch, weil zum Beispiel zum Unterrichtsbeginn und -ende zu viele Autos in unmittelbarer Nähe des Schulgebäudes sind. 56 Prozent sagen, dass durch Elterntaxis gefährliche Verkehrssituationen entstehen. Fast ebenso viele Befragte wünschen sich räumlich abgetrennte Hol- und Bringzonen für Elterntaxis (54 Prozent). Immer mehr Städte versuchen, beispielsweise mit baulichen Maßnahmen oder zeitweise Straßensperrungen die Elterntaxis in Bahnen zu lenken. Der Deutsche Städtetag etwa fordert zur Erhöhung der Sicherheit für Kinder mehr Rechte für Städte und Gemeinden, um gegen Elterntaxis vor Schulen vorzugehen.