Bei 15 Prozent der bei der AOK Nordost versicherten 0- bis 6-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern, die 2025 einen Zahnarzt besuchten, wurden Zahnschäden festgestellt. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als 2015 und zwei Prozentpunkte weniger als 2024.
Vorsorge wird noch zu selten genutzt
Die AOK Nordost ist die größte Krankenkasse in Mecklenburg-Vorpommern, etwa jeder Vierte im Land ist dort versichert. Aktuell hat die Kasse die Abrechnungsdaten von 17.273 Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren ausgewertet. Beim Zahnarzt war 2025 nicht einmal die Hälfte von ihnen – genau 44 Prozent. Zehn Jahre zuvor hatte nur gut jedes dritte Kind (36 Prozent) vor der Einschulung mindestens einmal den Behandlungsstuhl einer Zahnarztpraxis aufgesucht.
Früherkennung zeigt erste Effekte
Die positive Entwicklung führt die Kasse vor allem auf die höhere Teilnahmequote bei den Kleinsten im Alter von 0 bis 2 zurück. Für sie wurden 2019 neue Früherkennungsuntersuchungen eingeführt. Von den Kindern, die beim Zahnarzt waren, erhielten 83 Prozent die empfohlenen Früherkennungsleistungen – gegenüber 2015 eine Steigerung um 37 Prozentpunkte. Seit 2026 wird im Rahmen der kinderärztlichen U-Untersuchungen auch die Kariesvorsorge dokumentiert.
„Der Kinderarzt sieht dadurch, ob die von ihm behandelten Kinder bereits eine Kariesvorsorge erhalten haben – oder eben noch nicht“, betont die Beratungszahnärztin der AOK Nordost, Katja Kühler. Diese Neuerung könne dazu beitragen, die Bedeutung der zahnärztlichen Vorsorge stärker ins Bewusstsein zu rücken und die Inanspruchnahme der Präventionsangebote zu verbessern.
Behandlungsbedarf bleibt hoch
Kühler weiß jedoch: „Um den Trend zu weniger Füllungen zu verstärken, müssten noch mehr Kinder an einer Früherkennung teilnehmen.“ Bei Kindern mit Karies seien meist bereits mehr als ein Zahn betroffen. Die Zahl der Füllungen bei unter 6-Jährigen ist im Zehnjahresvergleich zwar leicht von 3,4 auf 3,2 pro Kind mit sanierungsbedürftigem Gebiss gesunken, reiche aber noch nicht aus.
Weiterhin gibt es in MV eine kleine Gruppe von Kindern mit besonders hohem Behandlungsbedarf. 2025 bekamen rund 300 bei der AOK versicherte Kinder eine Krone. 2015 war eine Überkronung nur bei weniger als 50 Kindern nötig – diese Entwicklung nennt Kühler besorgniserregend. Zwölf Prozent aller Kinder mit behandlungsbedürftigem Gebiss wurden 2025 unter Narkose behandelt. Um diese Zahl zu senken, seien frühzeitige Vorsorge, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und konsequente Präventionsmaßnahmen wichtig.