Umfrage: 78 Prozent in MV fürchten tiefe Wirtschaftskrise
Umfrage: 78 Prozent in MV fürchten tiefe Wirtschaftskrise

Mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern fürchten eine tiefe Wirtschaftskrise in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere für den Nordkurier. 78 Prozent der Befragten gaben an, besorgt zu sein – 30 Prozent davon „sehr besorgt“, 48 Prozent „eher besorgt“. Nur sechs Prozent sind unbesorgt, 13 Prozent weder besorgt noch unbesorgt. Der Rest machte keine Angabe.

Hintergrund: Insolvenzen und Personalabbau

Die Sorge speist sich aus aktuellen Entwicklungen: Große Konzerne bauen massiv Personal ab, Firmen melden Pleite an. In MV sind jüngst die Mecklenburger Backstuben und die Landfleischerei Torney in die Insolvenz gegangen. Die Zahl der Insolvenzen ist so hoch wie seit gut einem Jahrzehnt nicht mehr.

INSA befragte vom 4. bis 11. August 1000 Wahlberechtigte in MV. Die Ergebnisse zeigen eine gedrückte Stimmung, die auch vor politischen Lagern nicht Halt macht.

Parteianhänger: Angst vor Rezession

Die Furcht vor einer Rezession teilen Wähler fast aller größeren Parteien. Jeweils 88 Prozent der befragten Anhänger von SPD, AfD und BSW sind besorgt, bei der FDP sind es 85 Prozent, bei der CDU 79 Prozent. Grünen-Wähler geben dies zu 63 Prozent an, Linken-Wähler zu 47 Prozent. Unbesorgt äußern sich nur Anhänger von Linken (16 Prozent) und FDP (11 Prozent) in zweistelliger Dimension.

Unternehmer: „Die, die Geld haben, halten es zusammen“

Lars Schwarz, Präsident der Unternehmensverbände MV, zeigt Verständnis für die gedrückte Stimmung. „Wir beschreiben seit Jahren, dass wir in einer Wirtschaftskrise sind“, sagt er. Die Kaufzurückhaltung der Kunden sei überall spürbar. „Die, die Geld haben, halten es zusammen. Die, die wenig Geld haben, geben es ganz gezielt aus. Auf vieles wird auch verzichtet.“

Für einen Wirtschaftsaufschwung müssten nach Schwarz’ Ansicht die Arbeitskosten und Energiepreise sinken, und die Politik müsse klare Konzepte liefern. Dann könnte es wieder bergauf gehen und die Stimmung besser werden.