Brandhaus in Schwerin: Wiederaufbau geplant, Mieter in Ungewissheit
Brandhaus Schwerin: Wiederaufbau geplant

Einen Tag nach dem verheerenden Brand in der Schweriner Seestraße 21 laufen an dem beschädigten Wohnhaus die Sicherungsarbeiten. Während die Ermittler zur Brandursache und zur Identität des im Gebäude tot aufgefundenen Mannes weiter keine abschließenden Angaben machen, richtet sich der Blick jetzt auf die Folgen für die Bewohner und die Zukunft des Hauses. Der Schaden am Haus beläuft sich laut Polizei auf rund 900.000 Euro.

Brandhaus wird wieder aufgebaut

Hauseigentümer Silvio Brüning lässt das Gebäude seit Freitag, 7. August, durch eine Spezialfirma sichern. Zunächst soll das Haus so abgesperrt werden, dass niemand es betreten könne. Danach müsse geklärt werden, wie es weitergeht. „Ich warte jetzt auf Rückmeldungen der Versicherung und des Schadensregulierers“, sagte Brüning. Klar sei aber schon jetzt, dass das Haus nicht abgerissen werde. „Wir bauen es wieder auf“, so der Eigentümer.

Nach Einschätzung der Stadt Schwerin ist das Gebäude zwar nicht einsturzgefährdet, „die Wohnungen können aber bis auf Weiteres nicht genutzt werden“, heißt es in einer Mitteilung. Laut Bauaufsicht sei die Standsicherheit gegeben.

Bewohner dürfen nicht zurück: Wohnungen unbewohnbar

Wegen möglicher Verunreinigungen durch Brandgase dürfen die Mieter ihre Wohnungen vorerst nicht betreten. Für die Bewohner bedeutet das einen abrupten Einschnitt – erst der Schock nach dem Brand und nun die Ungewissheit. Laut Brüning sind alle Mietparteien betroffen, darunter Familien mit Kindern. Einige Bewohner seien bereits in Hotels oder bei Verwandten untergekommen. Brüning versucht zudem, „Familien in eigenen Ferienwohnungen unterzubringen“. Besonders die Situation der Kinder gehe ihm nahe. „Viele wollten persönliche Dinge aus den Wohnungen holen. Ich muss sehen, wie man mit der Situation vor Ort umgeht“, sagt Brüning.

Identität des Toten noch unklar – DNA-Analyse möglich

Unklar bleibt, wer der Tote ist, der nach dem Brand im Haus gefunden wurde. „Zur Identität des Verstorbenen liegen derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse vor“, sagt Polizeisprecherin Jessica Lerke auf Anfrage unserer Redaktion. Auch die Staatsanwaltschaft macht bislang keine Angaben dazu, ob es sich um den Mieter der Brandwohnung handelt. Zunächst müsse die Identität zweifelsfrei geklärt werden. Nach Angaben der Polizei kommt dafür auch eine DNA-Analyse in Betracht.

Gab es eine Verpuffung durch einen Propangaskocher?

Auch zur Brandursache äußern sich die Ermittlungsbehörden weiter zurückhaltend. „Die Ermittlungen dauern an, derzeit können wir keine weiteren Angaben machen“, so Lerke. Nach bisherigem Kenntnisstand geht Hauseigentümer Brüning davon aus, dass die wahrgenommene Explosion eine Art Verpuffung gewesen sein könnte. Ein Sprengstoffermittler habe ihm versichert, dass Sprengstoff als Ursache ausgeschlossen werden könne. Möglich sei vielmehr, dass ein Propangaskocher benutzt wurde, dabei möglicherweise Gas austrat und es beim Öffnen der Tür durch plötzlichen Sauerstoffeintritt zu einer Verpuffung kam. Diese Version ist offiziell nicht bestätigt. Die Brandermittler gaben das Haus am Donnerstagabend bereits wieder frei.