Christoph Ramp hat sein Auto abgeschafft. Am 8. August startet er in Schwerin bei der „Tour de Verkehrswende“ – mit Zelt, Rad und klarer Botschaft.
Persönliches Statement für die Verkehrswende
Noch bleibt etwas Zeit bis zum Start. Doch Christoph Ramp ist gedanklich schon beim Packen. Zelt, Campingausrüstung, Fahrradtaschen, alles muss aufs Rad, wenn am 8. August in Schwerin die „Tour de Verkehrswende“ beginnt. Für Ramp ist die Teilnahme mehr als eine längere Fahrradtour. Sie ist ein persönliches Statement. „Ganz klar, ich bin für eine Verkehrswende“, sagt der Schweriner. Sein Auto hat er längst abgeschafft. Es habe ohnehin meist nur vor der Haustür gestanden, während er seine Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt habe.
Begleitung bis Hannover
Als Christoph Ramp hörte, dass die Tour im kommenden Jahr ausgerechnet in Schwerin startet, war die Entscheidung gefallen: „Die Tour de Verkehrswende 2026 mit dem Start in Schwerin, quasi vor der Haustür, die muss ich natürlich mitmachen.“ Der Schweriner will nicht die gesamte Strecke fahren, aber ein gutes Stück. Von Schwerin aus begleitet Ramp die Tour bis Hannover. Von dort geht es mit dem Zug zurück. „Ich lasse mich dabei überraschen“, sagt er.
Erfahrungen im Stadtverkehr
Dass Ramp mitfährt, hat auch mit seinen alltäglichen Erfahrungen im Stadtverkehr zu tun. Verkehrswende ist für ihn kein abstraktes Schlagwort, sondern etwas, das sich auf Straßen, Gehwegen und Kreuzungen zeigt. „Das Thema Verkehrswende bewegt mich“, sagt er. Als problematisch beschreibt er vor allem die Rücksichtslosigkeit, mit der sich Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer in Teilen begegnen. Dabei gehe es für ihn nicht nur um einzelne Konflikte, sondern um eine grundsätzlichere Frage: Wie wird der öffentliche Raum verteilt? Ramp verbindet die Debatte auch mit dem Klimawandel. „Nicht zuletzt sollten wir unter klimatischen Gesichtspunkten mehr Grün in die Städte bringen und somit über eine neue Verteilung der Verkehrsflächen sprechen“, sagt er.
Mehr Grün und weniger Parkraum
Die vergangenen Sommer hätten gezeigt, welche Folgen Hitzewellen für Städte haben könnten. Mehr Bäume an Straßen seien nicht nur schöner, sondern kühlten nachweislich. „Ein Strukturwandel mit mehr Bäumen an Straßen wäre sinnvoll“, sagt Christoph Ramp. Auch der Platz für Autos müsse aus seiner Sicht neu bewertet werden. „Oftmals halten wir viel zu viel Platz zum Abstellen unserer Fahrzeuge bereit, ein Auto pro Person“, sagt Ramp. Folglich gingen Stadtbewohner damit zu viele Kompromisse ein. Darüber müsse man nachdenken.
Fahrraddemo zum Auftakt
Der Auftakt der Tour wird in Schwerin von einer Fahrraddemo begleitet. „Radentscheid Schwerin“, „Zusammen Bewegen“ und „Lulu Vielfalt.Demokratie“ laden am Sonnabend, 8. August, von 12 bis 13 Uhr zur gemeinsamen Fahrt durch die Innenstadt ein. Start- und Zielpunkt ist der Alte Garten. Die Route führt über Werderstraße, Möwenburgstraße, Wismarsche Straße, Obotritenring, Robert-Beltz-Straße, Lübecker Straße, Ostorfer Ufer und Graf-Schack-Allee zurück zum Alten Garten. Geplant ist ein Rundkurs von etwa 60 Minuten. Für die Initiatoren steht die Demo unter dem Motto, Straßen fairer zu teilen.
Mehr als 70 Interessierte
Für Christoph Ramp wird die Tour inzwischen sehr konkret. In einem Gruppenchat habe er bereits regen Austausch registriert. Mehr als 70 Interessierte hätten ihre Teilnahme signalisiert. An jedem Übernachtungsort soll es einen Programmpunkt geben, dazu gehörten unter anderem Gitarrenmusik in Zarrentin, Filmabende und vor allem der persönliche Austausch. Organisiert wird die Tour de Verkehrswende 2026 vom Berliner Verein Changing Cities, der nach eigenen Angaben Problembewusstsein schaffen, Änderungswillen fördern und zivilgesellschaftliches Engagement unterstützen will.