Das Schweriner Fundbüro im Stadthaus am Packhof hat im vergangenen Jahr 1368 Fundanzeigen bearbeitet. Neben Geldbörsen, Dokumenten und Schlüsseln werden dort auch Fahrräder, Handys, Notebooks, Tablets, Taschen, Kleidung und Schmuck abgegeben. Gelegentlich sind auch Musikinstrumente oder medizinische Hilfsmittel wie Rollatoren, Blutdruckmessgeräte und Insulinpens darunter.
Sommerzeit ist Verlustzeit
Gerade in den Sommermonaten bleiben persönliche Dinge häufiger liegen – etwa beim Sonnenbaden am Strand, beim Picknick im Schlossgarten, auf einem Stadtfest oder bei Open-Air-Veranstaltungen. Die Stadt bittet darum, einen Verlust möglichst zeitnah zu melden. Je genauer der verlorene Gegenstand beschrieben wird, desto größer sind die Chancen, dass er schnell wieder zugeordnet werden kann.
Im virtuellen deutschlandweiten Fundbüro lässt sich online prüfen, ob der gesuchte Gegenstand bereits abgegeben wurde.
Sechs Monate Aufbewahrung und Finderlohn
Wer einen Gegenstand mit einem Wert von mehr als 10 Euro findet, ist gesetzlich verpflichtet, den Fund unverzüglich anzuzeigen. Die Anzeige kann per E-Mail an [email protected] oder persönlich im Fundbüro erfolgen. Fundsachen werden dort in der Regel mindestens sechs Monate aufbewahrt. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Finder Anspruch auf Finderlohn oder können den Gegenstand erwerben, falls sich kein Eigentümer meldet.
Ehrliche Finderin gibt 700 Euro zurück
Ein bemerkenswerter Fall sorgte in diesem Jahr für Aufsehen: Eine 17-jährige Schwerinerin fand auf dem Marienplatz einen Umschlag mit 700 Euro und gab das Geld bei einer Polizeistreife ab. Die Polizei schaltete das Fundbüro ein. Es stellte sich heraus, dass eine 83-jährige Rentnerin den Betrag verloren hatte. Dank der ehrlichen Finderin erhielt sie ihr Geld zurück.
„Es ist ein gutes Gefühl, dass wir in Schwerin in einer Stadt leben, in der man so viel Geld verlieren kann und es zurückbekommt“, sagte Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU). Er dankte der 17-jährigen Hannah Heidemann öffentlich für ihre Ehrlichkeit. Von der Rentnerin erhielt die Auszubildende zusätzlich einen Finderlohn.
In diesem Jahr hat das Schweriner Fundbüro bereits 762 Fundanzeigen aufgenommen. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und zum Ablauf einer Fund- oder Verlustanzeige finden sich auf der Homepage der Landeshauptstadt unter „Fundsachen melden und Nachfrage stellen“.