Die SPD Mecklenburg-Vorpommern verspricht in ihrem Regierungsprogramm für die Landtagswahl 2026, Vereinen, Karnevalisten und (Schalmeien-)Kapellen für bis zu drei öffentliche Veranstaltungen im Jahr die GEMA-Gebühren zu erstatten. Das könnte Vereine wie den „musiKKlub“ in Schwerin und den Sukower Carneval Club entlasten, die unter steigenden Kosten und bürokratischem Aufwand leiden.
Was die SPD verspricht
Ein Kostenfaktor für Vereine sind die GEMA-Gebühren. Die GEMA – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – nimmt die Vergütungen für die öffentliche Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik ein und schüttet sie an die von ihr vertretenen Rechteinhaber aus. Die SPD will Vereine künftig entlasten: In ihrem aktuellen Regierungsprogramm für die Landtagswahl 2026 verspricht sie, Vereinen, Karnevalisten und (Schalmeien-)Kapellen für bis zu drei öffentliche Veranstaltungen im Jahr die GEMA-Gebühren zu erstatten.
Zwei Vereine, zwei Perspektiven
David Kramer organisiert gemeinsam mit Martin Neuhaus den kostenfreien „musiKKlub“ und die „Dienstagskonzerte“ auf dem Schweriner Marktplatz. 22 Konzerte mit 44 Bands gibt es pro Saison – Eintritt frei. „Eine solche Regelung würde uns auf jeden Fall entlasten“, sagt Kramer. Gleichzeitig ist er ein Befürworter der GEMA. Für ihn ist sie eine Art „Patentamt der Kultur“: So wie Erfindungen geschützt werden, müssten auch Songs, Texte und Kompositionen geschützt werden. Kreative Arbeit habe einen Wert und müsse fair bezahlt werden.
Für Kramer sind die GEMA-Gebühren nur ein Teil der Herausforderung. Vielmehr geht es darum, wie sich kostenlose Kulturangebote dauerhaft finanzieren lassen. Das Booking übernimmt er inzwischen selbst ehrenamtlich. Eine GEMA-Entlastung könnte direkt in die Kultur fließen, etwa in höhere Gagen für Künstler. Bislang erhalten Bands und Techniker beim „musiKKlub“ nur einen Obolus. Kramer sagt: „Wenn man für etwas brennt und sich mit Leidenschaft einsetzt, gibt man oft mehr als 100 Prozent – und bekommt mindestens genauso viel zurück.“
Sebastian Maukel, Präsident des Sukower Carneval Club 1980, sieht das ähnlich. Der Verein veranstaltet neben Karnevalsfeiern auch das „Sukow – Open Air“ und „Sukow rockt die Einheit“. Die GEMA-Kosten liegen nach seinen Angaben je nach Veranstaltungsjahr zwischen 1000 und 3000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für Künstler, Technik, Sicherheit, Versicherungen und Genehmigungen. „Das Problem ist selten ein einzelner Kostenpunkt. Es ist die Summe vieler kleiner und größerer Belastungen“, sagt Maukel. Auch der bürokratische Aufwand sei erheblich. Titellisten müssen im GEMA-Portal erfasst werden – inklusive Version und Spieldauer der einzelnen Titel.
Teilweise Entlastung, nicht die Lösung
Maukel hält den SPD-Vorschlag für „richtig und wichtig“. Für den SCC wäre er allerdings nur eine teilweise Entlastung. Der Verein hat mindestens fünf GEMA-relevante Veranstaltungen im Jahr. „Eine Entlastung für drei Veranstaltungen hilft uns, löst das Problem aber nicht vollständig“, sagt Maukel. Entscheidend sei, welche Veranstaltungen erfasst werden und wie einfach die Beantragung wird. Aktive Vereine dürften nicht dafür benachteiligt werden, dass sie besonders viel für ihr Dorf auf die Beine stellen.
Ob die angekündigte Entlastung tatsächlich kommt und wie sie ausgestaltet wird, hängt vom Wahlausgang und den anschließenden politischen Entscheidungen ab. Die Landtagswahl findet am 20. September 2026 statt. Für David Kramer und Sebastian Maukel ist dabei entscheidend, dass aus dem Versprechen am Ende eine praktische Hilfe für die Vereine wird.