Die markanten Erdbeerstände von Karls sind weithin bekannt. Mehr als 400 Verkaufsstände in Erdbeerform betreibt das Unternehmen aus Rövershagen. Doch wer kam ursprünglich auf diese Idee? Das hat Karls-Chef Robert Dahl nun in einem Interview mit dem NDR verraten.
Die Idee stammt von seiner Schwester
Nicht Robert Dahl selbst, sondern seine Schwester Ulrike brachte die Idee ein. Sie nahm einst an einem Schüleraustausch in England teil. „Die Gastfamilie fuhr mit meiner Schwester nach Wimbledon zu einem Tennismatch. Dort wurde – wie heute auch immer noch – Erdbeeren mit Schlagsahne aus solchen Erdbeerhäuschen verkauft. Das war damals etwas ganz Neues“, erzählte Dahl am Donnerstagabend in der NDR-Sendung „Das Rote Sofa“ mit Inka Schneider.
Seine Schwester fotografierte das Häuschen und zeigte das Bild ihrem Vater Karl-Heinz. „Er erkannte sofort die Idee darin.“ Zusammen mit Enno Glanz, den man in Hamburg auch vom Erdbeerhof Glanz kennt, ließ Karl-Heinz Dahl die Form von einem Bootsbauer nachbauen.
Vom Ruderboot-Material zum Kultobjekt
„Die Dinger bestehen aus dem gleichen Material wie ein Ruderboot, aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).“ 1991 stellten sie die ersten Erdbeerkioske auf. „Der Start war von vornherein ein Erfolg. Die Leute waren zunächst ein wenig irritiert, weil ein solches Erdbeerhäuschen wie eine Erdbeere aussieht.“ Mittlerweile sind sie Kult geworden.
Saison dauert bis Ende Oktober
In diesem Jahr war die Ernte bisher ziemlich gut, sagt Robert Dahl im Interview. Und die Saison ist noch lange nicht vorbei: „Wir sind noch mittendrin.“ Durch den Anbau sehr später Sorten hat der „Erdbeerkönig“, der mittlerweile acht Karls Erlebnis-Dörfer betreibt, die Erntezeit verlängert und kann die süßen Früchte bis Ende Oktober ernten, verkaufen und in seinen Manufakturen verarbeiten lassen. Derzeit haben noch 150 Erdbeerhäuschen geöffnet.
Die Häuschen gerieten in diesem Jahr in die Schlagzeilen, weil mehrere Stände abbrannten. Die Polizei nahm die Ermittlungen dazu auf.