Eine aktuelle Umfrage für den Nordkurier zeigt: Knapp neun von zehn Befragten in Mecklenburg-Vorpommern leben gern im Nordosten. 88 Prozent der Befragten gaben an, gern in dem Bundesland zu leben. 31 Prozent sagten, sie lebten „eher gern“ hier, weitere 57 Prozent sogar „sehr gern“. „Eher ungern“ oder „sehr ungern“ leben vier Prozent hier, acht Prozent antworteten mit „weder gern noch ungern“. Der Rest machte keine Angabe.
Zustimmungswerte steigen mit dem Alter
Das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere befragte vom 4. bis 11. August landesweit 1000 Wahlberechtigte. Bemerkenswert ist die Auswertung nach Alter: Je älter die Menschen sind, desto lieber leben sie hier. 97 Prozent der Frauen und Männer ab 70 Jahren gaben an, gern hier zu leben. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es mit 70 Prozent am wenigsten. Dazwischen steigt der Wert mit dem Alter wie eine Treppe an. „Ungern“ haben zehn Prozent der unter 30-Jährigen angegeben – der Höchstwert.
Reaktionen und Widerspruch
Politikwissenschaftler Prof. Wolfgang Muno von der Universität Rostock reagiert verwundert. Eine Studie habe gezeigt, dass ein Großteil der Menschen im Nordosten mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden sei. „Aber 88 Prozent leben gern in MV - das ist schon ein Widerspruch“, so Muno.
Anne Münickel, Geschäftsführerin des Heimatverbandes MV, erklärt: „Mecklenburg-Vorpommern ist ein wundervoller Ort zum Leben und für viele Heimat. Wir sind daher nicht verwundert über diese hohe Zahl. Ehrenamtliches Engagement wie im Heimatverband und darüber hinaus trägt dieses Lebensgefühl mit.“
Zufriedenheit über Parteigrenzen
Die Zuneigung zum eigenen Bundesland besteht auch über politische Ansichten hinweg. Nach Parteienpräferenz zur Landtagswahl ergibt sich: 98 Prozent der SPD-Wähler leben laut Umfrage gern in MV, 95 Prozent sind es bei BSW- und CDU-Klientel. Es folgen Wähler von Grünen (90), AfD (88), Linken und FDP (jeweils 73). Anhänger der FDP leben laut Umfrage am häufigsten ungern in MV: 21 Prozent. Bei Linken-Wählern sind es 13 Prozent.