Die AfD und die SPD gewinnen in Mecklenburg-Vorpommern weiter an Zustimmung, während das BSW an Boden verliert. Das ergibt die aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere im Auftrag des Nordkurier, veröffentlicht am 14. August 2026. Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl am 20. September liegt die AfD bei 36 Prozent, die SPD bei 29 Prozent.
AfD und SPD legen zu, BSW verliert
Die AfD verbessert sich um einen Prozentpunkt gegenüber der Juni-Umfrage und liegt damit 19,3 Punkte über ihrem Ergebnis von 2021. Die SPD gewinnt ebenfalls einen Punkt hinzu und erreicht 29 Prozent, was einem Minus von 10,6 Punkten im Vergleich zu 2021 entspricht. Die Linke bleibt unverändert bei 11 Prozent, die CDU bei 10 Prozent.
Die Grünen legen um einen Punkt auf 5 Prozent zu und würden damit knapp in den Landtag einziehen. Das BSW verliert zwei Punkte und kommt nur noch auf 4 Prozent. Die FDP bleibt bei 3 Prozent.
Befragung und Regierungsbildung
INSA Consulere befragte vom 4. bis 11. August 1000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren repräsentativ. Die maximale Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,1 Prozent.
Für eine Regierungsbildung reichen die aktuellen Zahlen nicht für eine Zweierkoalition: SPD und Linke kämen zusammen auf 40 Prozent, SPD und CDU auf 39 Prozent. Rot-Rot-Grün erreichte 45 Prozent, was ebenfalls nicht für eine Mehrheit reicht. Die CDU schließt Koalitionen mit AfD und Linken aus.
Potenzialanalyse und Wählbarkeit
Die Potenzialanalyse zeigt: Die SPD hat ein zusätzliches Potenzial von 16 Prozent, die AfD von 5. Bei der CDU liegt das Potenzial bei 13 Prozent, ebenso bei Linke und FDP. Die Grünen kommen auf 11 Prozent, das BSW auf 16 Prozent. Von den potenziellen CDU-Wählern haben 72 Prozent aktuell die SPD als Präferenz, bei den Linken sind es 55 Prozent. 41 Prozent der Befragten, die die AfD als zweite Wahl nennen, sind BSW-Anhänger, während 68 Prozent der potenziellen AfD-Wähler auch das BSW in Betracht ziehen.
52 Prozent aller Befragten halten die AfD für nicht wählbar, 41 Prozent die Grünen, 38 Prozent die Linke, 32 Prozent die CDU. Bei SPD, FDP und BSW liegen die Werte bei 24, 23 und 21 Prozent.
INSA-Chef Hermann Binkert sieht die Landtagswahl noch nicht entschieden, die AfD sei aber kaum noch von Platz eins zu verdrängen. Die CDU stehe vor einer „Zerreißprobe“, da sie sich nach dem 22. September womöglich zwischen einer Koalition mit AfD oder SPD und Linken entscheiden müsste, obwohl sie Bündnisse mit Rechts und Links ausgeschlossen hat. Der Rechtsstreit vor dem Landesverfassungsgericht über die Nichtzulassung der Landesliste der Partei „Lobbyisten für Kinder“ könnte den Wahlausgang beeinflussen, da eine verkürzte Briefwahlzeit wohl der AfD nützen würde.