Schulstart in MV: Weniger Erstklässler, neue Ganztagsbetreuung und Handy-Regeln
Schulstart in MV: Weniger Erstklässler, neue Ganztagsbetreuung

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt am Montag das neue Schuljahr. An 561 allgemeinbildenden Schulen starten 163.600 Kinder und Jugendliche in den Unterricht. Das sind etwas weniger als im Vorjahr, als die Gesamtschülerzahl noch bei 164.900 lag. Der Rückgang ist vor allem auf die Einschulungen zurückzuführen: Wurden 2025 noch 14.600 Kinder eingeschult, sind es in diesem Jahr nur noch 13.300 Erstklässler.

Weniger Schüler, sinkende Kita-Zahlen

Der Trend dürfte in den nächsten Jahren anhalten. Das Bildungsministerium prognostizierte erst Mitte der Woche, dass die Zahl der Kinder in Kitas und Kindertagespflege bis 2035 um 29 Prozent sinken wird. Dies werde sich dann auf die Schulen auswirken. Grund ist nach Angaben von Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) die Abwanderung junger Frauen seit der Wende.

Vorbereitung auf den ersten Schultag

Kinder müssen zur Einschulung weder lesen noch schreiben oder rechnen können. Zur Vorbereitung hilft es, wenn Eltern mit den Kleinen Bücher ansehen und darüber sprechen. Auch das Nacherzählen von Geschichten oder das Beibringen von Gedichten ist hilfreich. Als Vorstufe zum Rechnen sollten Erstklässler zumindest bis zehn zählen können. Mit Würfelspielen wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht lässt sich einfaches Rechnen üben. Wichtig ist zudem, den Kindern beizubringen, Rücksicht zu nehmen, zuzuhören und mit kleineren Misserfolgen umzugehen.

Neue Ganztagsbetreuung und Handy-Regeln

Ab dem Schuljahr 2026/27 führt das Land an den Grundschulen die Ganztagsbetreuung ein. Der Rechtsanspruch gilt zunächst für die ersten Klassen und wird jedes Jahr um eine Klassenstufe erweitert. 2029 soll der Ganztagsunterricht bis zur vierten Klasse ausgeweitet werden, insgesamt 40 Stunden pro Woche. Das Angebot gilt auch für die Ferien und muss nicht beantragt werden. Eltern können sogar bis zu 50 Stunden Betreuung pro Woche beantragen, was vor allem Alleinerziehende und Paare entlasten soll, bei denen beide Elternteile voll berufstätig sind.

Im vergangenen Jahr beschäftigten die allgemeinbildenden Schulen etwa 12.000 Lehrkräfte. Oft bewältigen sie den Aufwand nur durch Überstunden, trotzdem fielen knapp drei Prozent der Stunden aus. Im Frühjahr hatte Oldenburg einen Lehrkräftemangel eingeräumt. Ob es zum Schuljahreswechsel Neueinstellungen gab, teilte die Landesregierung bislang nicht mit. Langfristig soll ein reformiertes Ausbildungsprogramm den Lehrermangel beheben. Mehr Praktika gleich zu Beginn sollen das Lehramtsstudium wieder attraktiver machen.

Bei der Versetzung gibt es neue Vorgaben: Bislang konnten Eltern in der Grundschule selbst entscheiden, ob ihr Kind aus der Schuleingangsphase in eine höhere Klasse versetzt wird. Ab diesem Jahr können die Eltern dies nur noch gemeinsam mit den Lehrkräften und der Schulleitung tun. Zudem gibt es neue Regelungen zum Notenausgleich für die Versetzung an Gymnasien und in die zehnte Klasse an Regionalschulen: Mangelhafte Leistungen (Note 5) in Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache können Schüler nicht mehr durch bessere Zensuren in anderen Fächern ausgleichen.

Beim Umgang mit digitalen Geräten entscheiden die Schulen selbst. Die Landesregierung empfiehlt, das private Handy bis einschließlich der neunten Klasse zu Hause zu lassen. Schüler sollten ihr Smartphone weder im Unterricht noch in den Pausen auf dem Schulhof oder bei schulischen Veranstaltungen außerhalb nutzen. In Ausnahmefällen kann es in bestimmten Lernsituationen verwendet werden – die Entscheidung liegt bei der Lehrkraft. In den höheren Klassen zehn bis zwölf sollen die Schulen einen festen Rahmen vorgeben, etwa durch festgelegte Nutzungszeiten.