TV-Duell: Schwesig wirft Holm Täuschung der Wähler vor
TV-Duell: Schwesig wirft Holm Täuschung vor

Im Schweriner NDR-Funkhaus sind sich am Mittwochabend die Spitzenkandidaten von SPD und AfD in einem TV-Duell gegenübergestanden. Manuela Schwesig und ihr Herausforderer Leif-Erik Holm lieferten sich dabei zeitweise eine hitzige Debatte, in der es um Bildung, Wirtschaft, Energie und Migration ging. Die Ministerpräsidentin warf ihrem Kontrahenten vor, die Menschen zu täuschen – dieser konterte mit dem Vorwurf, sie polarisiere und schüre Ängste.

Wahlkampf spitzt sich auf Duell zu

Der Landtagswahlkampf hat sich immer mehr auf die Frage zugespitzt: Schwesig oder Holm, SPD oder AfD. Im April 2023 lagen die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern zum letzten Mal vor der AfD, die bis September 2025 auf 38 Prozent in der Wählergunst stieg. Die SPD erreichte damals mit 19 Prozent ihren Tiefpunkt, holte aber auf. Laut einer INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung, die vier Tage vor der Wahl erhoben wurde, liegt die SPD nun bei 35 Prozent – nur zwei Prozent hinter der AfD.

Holm zeigte sich trotzdem zuversichtlich: „Ich denke, wir werden ganz klar stärkste Kraft werden.“ Er setzt darauf, dass am Sonntag mehr Menschen zur Wahl gehen und die AfD wählen. Schwesig hielt dagegen: Das Rennen sei eng, aber Umfragen zufolge wollten 60 Prozent der Menschen, dass sie ihre Arbeit fortsetze, nur 25 Prozent wollten Herrn Holm.

Streit um Bildungspolitik

Holm präsentierte als erstes Vorhaben nach der Wahl ein Foto des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow, wo im letzten Sommer ein Drittel der Schüler durch die Abiturprüfungen fiel. So etwas dürfe nicht mehr vorkommen, so Holm. Die AfD wolle 400 Lehrer aus Behörden zurück in die Schulen holen und später eine große Bildungsreform angehen, inklusive einer pädagogischen Hochschule mit praxisnäherer Ausbildung.

Schwesig konterte: „Herr Holm, Sie täuschen hier die Menschen.“ Im Landtag sei eine Reform des Lehramtsstudiums beschlossen worden – die AfD habe dagegengestimmt. Die Lehrer, die die AfD zurückholen wolle, seien genau mit der Ausbildung des Berufsnachwuchses beschäftigt. Zudem sei es unredlich, den Eindruck zu erwecken, landesweit sei ein Drittel der Abiturienten durchgefallen – es seien nur sieben Prozent gewesen.

Energie und Migration als Streitpunkte

Beim Thema Energie betonte Schwesig, mit dem zweiten Auftrag für den Bau von Konverterplattformen gut bezahlte Industriearbeitsplätze ins Land zu holen – die AfD wolle Windkraftanlagen aber zurückbauen. Holm hielt dagegen: Wind wehe nicht ständig, Sonne scheine nicht immer, deshalb wolle die AfD Gaskraftwerke errichten, die mit Gas aus den Nord-Stream-Pipelines betrieben werden. Schwesig entgegnete, das sei weder politisch noch technisch umsetzbar.

Zur Migration sagte Holm, es sei ein Versagen der Politik, dass man es zehn Jahre lang nicht geschafft habe, die illegale Migration zu stoppen. Nur 79 Abschiebungen im ersten Halbjahr seien zu wenig. Schwesig entgegnete, die Grenzkontrollen hätten die Zahl illegaler Zuwanderer sinken lassen, und die niedrigere Zahl der Abschiebungen liege an mehr freiwilligen Ausreisen. Wer kein Bleiberecht habe, müsse gehen, Straftäter erst recht.

Entscheidung am Sonntag

Welche Argumente die Wähler überzeugen, zeigt sich am Sonntag bei der Landtagswahl. Beide Kandidaten wollen stärkste Kraft werden. Das Direktmandat im Wahlkreis 8, in dem das NDR-Funkhaus liegt, kann jedoch nur einer von ihnen holen.