Wahlforum: Schlagabtausch eskaliert bei Nord-Stream-Debatte
Wahlforum: Eskalation bei Nord-Stream-Debatte

Beim Wahlforum des Nordkurier trafen die Spitzenkandidaten der Parteien in Mecklenburg-Vorpommern aufeinander. Die Debatte ist im Video abrufbar. Besonders hitzig wurde es beim Thema Nord Stream.

Alle Spitzenkandidaten auf der Bühne

Kurz vor der Landtagswahl hatte der Nordkurier alle Spitzenpolitiker des Landes zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Die Veranstaltung fand vor Live-Publikum statt. In der Runde saßen Manuela Schwesig (SPD), Leif-Erik Holm (AfD), Hennis Herbst (Linke), Daniel Peters (CDU), Claudia Müller (Grüne), Jakob Schirmer (FDP) und Sabine Firnhaber (BSW).

Die Nordkurier-Reporterinnen Karin Koslik und Verena Lukaschik führten durch den Abend. Die Diskussion sollte fair bleiben, aber nicht folgenlos. Die wichtigsten Themen des Landes waren Wirtschaft, Bildung, Energie, Migration und Sicherheit.

Eskalation bei der Nord-Stream-Debatte

Bei der Frage nach dem Ukraine-Krieg und der Gaspipeline Nord Stream eskalierte die Auseinandersetzung deutlich. Holm versprach, die AfD wolle Nord Stream wieder öffnen, um Gas als fossilen Energieträger nach Deutschland zu holen. Schwesig ging auf ihre Unterstützung für Nord Stream ein und kritisierte einen Untersuchungsausschuss von Grünen und AfD. Peters war irritiert, dass Schwesig ein parlamentarisches Recht so diskreditiere. Daraufhin griff Schwesig Peters direkt an.

Herbst griff Holm an und sagte: „Mit Rechtsextremen verhandeln wir nur vor Gericht.“ Das Publikum reagierte mit Johlen und Klatschen. Holm entgegnete ruhig, die AfD in MV sei nicht rechtsextrem. Firnhaber machte deutlich, das BSW werde nicht „Frau Schwesig wählen“ und nicht „in eine Koalition eintreten“. Man werde aber mit allen reden, denn Ausgrenzung sei der falsche Weg.

Themen aus dem Lostopf

Die Kandidaten zogen Themen aus einem Lostopf und hatten zwei Minuten Zeit für ihre Antwort. Weitere Teilnehmer durften 30 Sekunden lang reagieren. Beim Thema Mobilität waren sich alle einig, dass die Spritpreise zu hoch sind. Die Lösungsansätze gingen jedoch auseinander: Holm wollte Steuersenkungen, Schwesig eine Übergewinnsteuer, Müller mehr Investitionen in den ÖPNV.

Beim Thema Zuwanderung betonte Schwesig, wer sich integriere, dürfe bleiben, wer kein Recht habe zu bleiben, müsse gehen. Peters sah große Probleme für das Gesundheitssystem ohne Zuwanderung, forderte aber konsequente Abschiebungen. Holm wollte illegale Einwanderung von Fachkräfte-Einwanderung trennen.

Die Debatte endete mit der Frage nach möglichen Koalitionen. Der Wahlkampf geht nun in die entscheidende Phase bis zur Wahl am 20. September.