Seit diesem Wochenende hängen in Mecklenburg-Vorpommern die ersten Wahlplakate. Die Parteien werben damit um die Aufmerksamkeit und die Stimmen der Wählerinnen und Wähler für die Landtagswahl 2026. Der Start ist gesetzlich geregelt – und schon kurz nach Beginn gibt es erste Fälle von Vandalismus.
Bunte Plakate an Straßenrändern
Jetzt wird es bunt – jedenfalls an Straßenrändern und Laternenpfählen. Seit dem Wochenende werben die Parteien mit großen und kleinen Wahlplakaten um die Aufmerksamkeit und die Gunst der Wählerinnen und Wähler. Bis zum Wahltermin am 20. September dürften noch deutlich mehr Plakate hinzukommen.
Dass der Plakatwahlkampf bereits jetzt beginnt, ist gesetzlich geregelt. Das Landeswahlgesetz sieht vor, dass die Parteien sechs Wochen vor dem Wahltermin kostenlos im öffentlichen Raum plakatieren können. Das Innenministerium hat dies Mitte Juni per Amtsblatt konkret geregelt und den Start des Plakatwahlkampfs auf den 8. August festgelegt.
Ausnahme in Schwerin
In Schwerin gab es eine kleine Ausnahme: Dort konnten die Plakate aufgrund eines kommunalen Erlasses bereits ab Freitag um 18 Uhr aufgehängt werden.
Unterschiede zum Wahlkampf von 2021 sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Wie schon damals prägen vor allem Köpfe und kurze inhaltliche Aussagen die Plakate. Die Slogans der Parteien haben sich verändert, ebenso wie die meisten Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten. Zwei Ausnahmen gibt es bei den Regierungsparteien SPD und Linke: Manuela Schwesig tritt für die SPD erneut an, Simone Oldenburg für die Linke.
Erste Vandalismusfälle
Die Parteien hängen bereits so viele Plakate wie möglich. Und schon nach dem ersten Wochenende gibt es die ersten Fälle von Sachbeschädigung. Im Schweriner Stadtteil Lankow wurden laut Polizei sieben Plakate unter anderem von CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Brand gesteckt. An anderen Orten in der Landeshauptstadt war die AfD Ziel von Sachbeschädigungen. Auf Usedom soll es die SPD getroffen haben, in Greifswald die Linke.
Die Parteien zeigen solche Fälle in der Regel an. In Wahljahren registriert die Polizei etliche Fälle von Vandalismus an Wahlplakaten. Oft können die Täter nicht ermittelt werden.
Plakate trotz Social Media
Doch gerade in Zeiten von Social Media stellt sich die Frage: Sind Wahlplakate überhaupt noch zeitgemäß? Ja, sagt der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider der Tagesschau. Plakate machen die Parteien im Alltag sichtbar und sollen mobilisieren. Dabei werden alle Bevölkerungsgruppen angesprochen – nicht nur Menschen, die im Internet aktiv sind. Der Wahlkampf wird dadurch quasi unübersehbar. Jeder muss sich damit irgendwie auseinandersetzen.
Auffällig ist außerdem, dass die Parteien ihre Plakataktionen auch auf Social Media nutzen. Dort zeigen sie beispielsweise Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker beim Aufhängen der eigenen Plakate. Damit soll zusätzlich Stimmung gemacht werden, gerade bei den eigenen Anhängerinnen und Anhängern.