Blaualgen breiten sich an Ostsee und Seen in MV weiter aus
Blaualgen breiten sich in MV aus

In mehreren Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns haben sich Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen genannt, derzeit stark ausgebreitet. Aktuelle Satellitenbilder zeigen große Ansammlungen vor der Ostseeküste. Das Gesundheitsministerium rät dazu, Bereiche mit sichtbaren Blaualgen zu meiden.

Große Algenteppiche zwischen Rostock und Hiddensee

Satellitenbilder des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie zeigen große Algenteppiche vor der Küste zwischen Rostock und Hiddensee. Die Ansammlungen reichen über weite Teile der Ostsee bis vor die dänische Küste. Betroffen sind in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem Küstenabschnitte bei Warnemünde, Kühlungsborn und Heiligendamm sowie die Wohlenberger Wiek. Auch in Binnengewässern wurden Blaualgen festgestellt, darunter im Peenestrom sowie im Schwandter und Melzer See im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Badeverbote wegen der Blaualgen gibt es derzeit nicht. Das Gesundheitsministerium empfiehlt jedoch, Bereiche mit sichtbaren Ansammlungen zu meiden. Wo und wie stark Blaualgen auftreten, kann sich abhängig von Wind und Wetter innerhalb weniger Stunden verändern. Aktuelle Informationen zur Badewasser-Qualität finden sich auf der Online-Badewasserkarte der Landesregierung MV.

Blaualgen bereits seit Tagen an der Ostseeküste

Bereits Anfang der Woche hatte das Rostocker Gesundheitsamt vor Blaualgen vor Warnemünde gewarnt. Besonders betroffen war zeitweise der Bereich zwischen den Strandabschnitten 30 und 36. In den vergangenen Tagen wurden zudem verstärkte Ansammlungen vor Kühlungsborn, Heiligendamm, Elmenhorst und Nienhagen festgestellt. Auch aus mehreren Seen im Landkreis Rostock wurden Blaualgen gemeldet.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales warnt vor Cyanobakterien. Das derzeit warme und sonnige Wetter begünstigt die Entwicklung. Cyanobakterien können sich bei hohen Wassertemperaturen in nährstoffreichem Wasser besonders gut vermehren. Wind und Strömung sorgen zugleich dafür, dass sich die sichtbaren Teppiche verlagern oder wieder auflösen können.

Giftige Blaualgen-Art vor Warnemünde nachgewiesen

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde hatte in dieser Woche Proben aus der Ostsee untersucht. Dabei wurde nach Angaben der Wissenschaftlerin Ingrid Sassenhagen auch eine giftige Blaualgen-Art nachgewiesen. Die beobachtete Konzentration sei für die Region vergleichsweise ungewöhnlich. Häufiger bildeten sich solche Blüten in der zentralen Ostsee und würden erst unter bestimmten Wetterbedingungen an die Küste getrieben.

Einige Cyanobakterien können Giftstoffe bilden. Beim Kontakt können unter anderem Hautreizungen auftreten, beim Verschlucken belasteten Wassers sind auch Magen-Darm-Beschwerden möglich.