Bürgermeister teilt NS-Lied: Ermittlungen laufen
Bürgermeister teilt NS-Lied: Ermittlungen laufen

Ein WhatsApp-Status mit dem verbotenen Horst-Wessel-Lied hat am Sonntagabend für Aufsehen gesorgt. Der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Bugewitz, Lutz Lehmann, teilte das Lied für Kontakte sichtbar. Die Kommunalaufsicht des Landkreises und die Polizei sind informiert.

Bürgermeister spricht von Versehen

Auf Anfrage des Nordkuriers zeigte sich Lehmann zerknirscht. Er erklärte, ihm sei am Abendbrottisch ein YouTube-Link zum Lied zugeschickt worden. Als er erkannte, was das ist, habe er die Nachricht sofort geschlossen. Dabei sei das Lied wohl versehentlich im Status gelandet. Lehmann gab an, den Status zuvor nie genutzt zu haben und nicht zu wissen, wie die Funktion funktioniert. Sein Mobiltelefon nutze er sonst nur zum Telefonieren.

Tochter entfernte Statusmeldung

Nach ersten Nachfragen und Hinweisen sei er erschrocken und habe seine Tochter gebeten, den Status zu entfernen. Der Link sei etwa zehn Minuten sichtbar gewesen. Auch ein Marschlied der Wehrmacht, das nicht verboten ist, wurde versehentlich veröffentlicht. Lehmann betonte, dass solche Publikationen nicht seiner politischen Haltung entsprächen. Er wisse, dass Unwissenheit vor Strafe nicht schütze, doch rückgängig machen könne er den Vorgang nicht.

Behörden ermitteln

Die Kommunalaufsicht des Landkreises und die Polizei sind in Kenntnis gesetzt. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald teilte mit, dass der Vorfall bekannt sei. Wegen laufender Ermittlungen könnten keine weiteren Informationen gegeben werden. Die Polizei in Anklam bestätigte, dass am Montag eine Strafanzeige gegen einen 58-jährigen Deutschen aufgenommen wurde. Er stehe im Verdacht, verfassungsfeindliche Inhalte verbreitet zu haben. Die weiteren Ermittlungen führt der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam.