Ermittlungen nach Waldbrand im Müritz-Nationalpark stocken
Ermittlungen nach Waldbrand stocken

Fünf Wochen nach dem Großbrand im Müritz-Nationalpark auf Munitionsgebiet hat die Polizei den möglichen Tatort noch nicht betreten. Das bestätigte Martin Trabert vom Polizeipräsidium Neubrandenburg auf Nachfrage.

Polizei wartet auf Abstimmung mit Forst und Munitionsbergungsdienst

Die polizeilichen Ermittlungen zur Eingrenzung der Brandausbruchstelle dauern an. Ein Betreten der relevanten Waldgebiete erfolgte bisher nicht. Laut Trabert laufen derzeit Abstimmungen mit der Forstverwaltung und dem Munitionsbergungsdienst, um vor dieser Maßnahme einen bestmöglichen Schutz der Polizeibeamten zu gewährleisten.

Die Kriminalpolizei ermittelt weiterhin wegen des Verdachts der Brandstiftung. Sowohl der Brand im Juli bei Granzin als auch der im Juni bei Neustrelitz hätten für die Ermittlungen den höchsten Stellenwert, so Trabert. Zu möglichen Tatverdächtigen oder der Gefahr weiterer Brände äußerte er sich nicht: „Ich kann nur darauf verweisen, dass sich die Polizei an keinen Spekulationen beteiligt und wir uns zu keinen Gerüchten diesbezüglich äußern werden.“

Erneuter Einsatz am 12. August

Erst am 12. August stieg unweit der zuletzt betroffenen Fläche bei Granzin erneut eine Rauchsäule auf. Die Feuerwehren aus Neustrelitz, Carpin, Blankenförde, Watzkendorf, Hohenzieritz, Klein Vielen, Groß Vielen, Boek, Kratzeburg sowie die Führungsgruppe Amt Neustrelitz-Land und der Lufterkundungstrupp der Feuerwehrtechnischen Zentrale waren im Einsatz. Am Abend gab es Entwarnung: Lediglich ein Baumstamm hatte geraucht.

Der Waldbrand, der am 13. Juli zwischen Neustrelitz und Waren ausgebrochen war, dauerte zehn Tage an und erfasste rund 400 Hektar. Menschen kamen nicht zu Schaden, jedoch wurden die Einwohner von Granzin und Granziner Mühle evakuiert und durften mehrere Tage lang nicht in ihre Häuser.

Erinnerung an das Feuer von 1934

Schon 1934 gab es fast genau dort ein noch größeres Feuer: 2000 Hektar Wald verbrannten. Am Pagelsee, wo auch diesmal das Epizentrum lag, erinnert eine Informationstafel an das Ereignis von vor 92 Jahren. Darauf heißt es: „Nur mit großem Einsatz vieler Helfer und etwas Glück konnten die Dörfer Speck, Granzin und Krienke vor dem Feuer gerettet werden.“ Auch diesmal war es nicht viel anders.