Feldbrand bei Blankenburg: Sohn warnt Vater per Funk
Feldbrand: Sohn warnt Vater per Funk

Am 30. Juli gegen 16 Uhr bemerkte Hubertus von Arnim auf seinem Roggenfeld nahe Blankenburg in der Gemeinde Oberuckersee plötzlich Rauch hinter sich. „Mein Sohn hatte mich per Funk informiert, er hatte das Feuer zuerst gesehen“, berichtet der Landwirt. „Danach ging alles sehr schnell: Ich habe gemacht, dass ich vom Feld runterkomme, um den Mähdrescher und mich auf den Rapsstoppeln ein paar hundert Meter weiter in Sicherheit zu bringen, während mein Sohn die Feuerwehr rief.“

Großaufgebot der Feuerwehr

Kurz darauf rückten die Feuerwehren aus Blankenburg, Warnitz, Melzow, Gramzow, Potzlow, Seehausen, Bertikow und Hohengüstow an. Die Einsatzleitung forderte zusätzliche Tanklöschfahrzeuge (TLF) an. „So wurden neben Gerswalde, Schwedt und Steinhöfel auch wir alarmiert“, sagt Christian Straßburg, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau und stellvertretender Kreisbrandmeister. „Hier hatte sich ein weiteres Mal bewährt, das wir 2020 auf Landkreisebene TLF-Gruppen gebildet haben. Mit ihnen können die Kräfte gebündelt werden.“

Brandschneise gegen Waldbrand

Ein Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebs von Heino Tietje kam mit dem Traktor von einem benachbarten Schlag und half, eine Brandschneise zu ziehen. „Das war wichtig, da sich der Brand in Richtung Wald auszuweiten drohte“, so Straßburg. Dadurch konnte eine größere Katastrophe verhindert werden.

Schwelbrand am Mähdrescher

Entgegen erster Meldungen brannte der Mähdrescher nicht aus. „Zum Glück nicht!“, sagt von Arnim. Durch Staub am Motor habe es einen Schwelbrand ohne offene Flamme gegeben. Als glühendes Material auf das Feld fiel, entzündete sich das Feuer. „Das Entstehen von Flammen auf dem Mähdrescher konnten wir mit einem Feuerlöscher verhindern.“ Täglich würden die Mähdrescher mehrere Stunden gereinigt, um solche Situationen zu vermeiden. „Passieren kann es trotzdem“, so der Landwirt.

Umfangreicher Schaden

Rund 20 Hektar Roggen und 50 Hektar Weizen sind verbrannt – das entspricht fast 100 Fußballfeldern. Den genauen Verlust kann von Arnim erst nach dem Abdrusch des restlichen Roggens beziffern. „Die Versicherung ist informiert“, erklärt er.

Dank und Einordnung

Der Landwirt dankte allen Helfern, den eigenen Leuten, der Firma Tietje und vor allem den Feuerwehrleuten, die besonnen, souverän und schnell reagiert hätten. Auch Gramzows Amtsdirektorin Vera Leu zeigte sich erleichtert, dass der Brand schnell unter Kontrolle war.

Christian Straßburg zufolge sind Brände dieses Ausmaßes die Ausnahme. Aktuell müssen die Feuerwehren oft ausrücken, meist aber für kleinere Flächen von 100 bis 1.000 Quadratmetern. Ein solches Großaufgebot ist selten nötig.

Zweiter Brand am Freitagabend

Am Freitagabend, 31. Juli, musste auch der Landwirtschaftsbetrieb Milchhof Tietje GmbH die Feuerwehr alarmieren. „Bei einem Drescher waren wahrscheinlich die Lager heiß und die feinen Strohnester, die überall im Drescher verteilt sind, haben sich entzündet. Wir haben mit Feuerlöschern versucht, den Brand zu löschen. Aber das reichte nicht aus. Die Feuerwehrkameraden aus Potzlow und Seehausen waren schnell da und konnten den Brand löschen. Vielen Dank an die Einsatzkräfte!“, so Heino Tietje.