Denkmalgeschützte Holländerwindmühle in Friedland kommt unter den Hammer
Holländerwindmühle in Friedland wird versteigert

In Friedland wird am 3. September ein außergewöhnliches Grundstück versteigert: Ein Wohnhaus mit einer denkmalgeschützten Holländerwindmühle im Garten. Die Norddeutschen Grundstücksauktionen bieten das Ensemble in der mecklenburgischen Kleinstadt an, das Mindestgebot beträgt 7000 Euro.

Sanierungsbedarf ist enorm

Laut Angebotsbeschreibung herrscht bei Windmühle und Wohnhaus ein „insgesamt stark sanierungsbedürftiger Zustand“ vor. Die Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Holländerwindmühle, in Friedland als Woltersche Mühle bekannt, wurde bis 1994 elektrisch betrieben. Die acht Seitenwände und die Kugelgalotte sind mit Schindeln eingedeckt. Während die oberen Etagen trocken und in gutem Zustand sind und die technische Ausstattung komplett vorhanden ist, konnte die Funktionsfähigkeit nach Angaben des Auktionshauses nicht geprüft werden.

In der Holzkonstruktion gibt es Fäulnis und einen partiellen Schwammbefall. Zudem befinden sich auf dem Grundstück weitere desolate Nebengebäude. Das gesamte Grundstück ist 1663 Quadratmeter groß, die Wohn- und Nutzfläche beträgt 349 Quadratmeter.

Abbruchgenehmigung erloschen

Bereits im Januar 2015 berichtete der Nordkurier, dass die Friedländerin Gisela Gentz die Mühle verkauft hat. Damals gab es die Idee, die Mühle abzumontieren und an anderer Stelle wieder aufzubauen, doch daraus wurde nichts. Das Objekt steht weiterhin in der ruhigen Wohngegend im Friedländer Nordwesten.

Seit 2014 liegt eine Abbruchgenehmigung für die Woltersche Mühle vor, wie die Norddeutschen Grundstücksauktionen mitteilen. Nils Henke, Pressesprecher beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, erklärt auf Nordkurier-Anfrage, dass diese Genehmigung zwischenzeitlich erloschen sei und „im Fall der Fälle erneut beantragt werden“ müsste. Warum der Abbruch nicht durchgeführt wurde, ist den Behörden nicht bekannt. Weitere Anträge bezüglich der Mühle wurden bisher nicht gestellt.

Liebhaber gesucht

Ein Eigentümerwechsel müsste bei der unteren Denkmalschutzbehörde angezeigt werden, da die Mühle weiterhin in der Denkmalliste eingetragen ist, betont Henke. Immobilienmakler Heiko Jacobi, der für die DGA AG tätig ist, berichtet von bereits zwei Interessenten vor Ort. Er rechnet mit weiteren Bietern, da mehrere potenzielle Käufer ein Exposé angefordert haben. „Deshalb ist auch der Auktionseinstiegspreis niedrig“, sagt er. Eine Bieterschlacht erwartet er nicht: „Wir suchen daher einen Liebhaber.“

Gelungene Beispiele für Mühlensanierungen gibt es etwa in Woldegk und in der Uckermark. In Greiffenberg hat der Mühlenverein Greiffenberg e.V. eine voll funktionsfähige Mühle mit Mahlgang wieder aufgebaut und den originalen Dieselmotor restauriert. Bis Ende des vergangenen Jahres spendeten Unterstützer insgesamt 586.843 Euro. Der Verein organisiert dort Aktivitäten wie die Offenen Mühlensonntage vom 1. Mai bis 3. Oktober jeweils von 11 bis 17 Uhr sowie den Mühlentag am Pfingstmontag.