Naturfotograf beobachtet amerikanischen Nerz am Stettiner Haff
Amerikanischer Nerz am Stettiner Haff beobachtet

Der Naturfotograf Andreas Buchholz aus Ahlbeck hat in den vergangenen Wochen gleich zweimal den amerikanischen Nerz, auch Mink genannt, am Stettiner Haff beobachtet. Die Begegnungen fanden in Rieth und im Hafen von Altwarp statt. Der Mink gilt als invasive, also gebietsfremde Art und breitet sich in Mecklenburg-Vorpommern immer weiter aus.

Begegnung in Rieth und Altwarp

Beim ersten Mal lief dem Naturfotografen in Rieth ein Tier über den Schuh, um sich danach mit seiner Beute, einem Weißfisch, im Schilf zu verstecken. Kurze Zeit später beobachtete er im Hafen von Altwarp mehrere Tiere: zwei Alttiere mit dunklerem, fast schwarzem Fell und zwei Jungtiere mit bräunlichem Fell. Die Tiere liefen unbeeindruckt von den Campern an der Kaikante auf und ab. Ein Jungtier kletterte wiederholt über eine Leiter ins Hafenbecken und kam mit einem Fisch, meist einer Grundel, zurück.

Einem Jungtier wurde seine Beute von einem Alttier mit großem Geschrei abgejagt. Buchholz konnte beobachten, wie das Männchen ein grünliches Sekret aus seiner Analdrüse drückte und dann auf dem Hinterteil über den Kai rutschte, um sein Revier zu markieren.

Minkfamilie mit vier Jungtieren

Die Camper in Altwarp erzählten Buchholz, dass sich insgesamt sechs Tiere regelmäßig im Hafen zeigen. Die Familie habe also vierfachen Nachwuchs. „Diese Zutraulichkeit, beinahe Frechheit der kleinen Marder hat mich schon ein wenig verwundert“, so der Naturfotograf.

Nach Angaben von Buchholz wurde der amerikanische Nerz nach der politischen Wende oft aus Pelztierfarmen freigelassen, die in der DDR viele als Nebenerwerb betrieben. Dafür hätten Umweltaktionisten und auch die Betreiber selbst gesorgt, weil sie keinen Absatz mehr für die Felle fanden.

Verdrängung des heimischen Nerzes

Der amerikanische Nerz hat den heimischen Nerz fast vollständig verdrängt. „Sowohl an der deutschen wie auch der polnischen Küste gibt es keine nachgewiesenen Vorkommen mehr“, sagt Buchholz. Die Rüden des Minks sind größer und kräftiger als der europäische Vertreter.

In einem Vortrag von Raul Schade im Rahmen der Winterakademie des Naturparks Am Stettiner Haff erhielt Buchholz eine Erklärung, warum es keine Mischlinge gibt: „Der Penisknochen des amerikanischen Nerzes ist einfach zu groß für die europäischen Mädels. So funktioniert es nicht mit der Fortpflanzung und es gibt keine Mischlinge“, berichtet er. Untereinander funktioniere die Fortpflanzung bei den Minks jedoch hervorragend, sodass sie den Lebensraum des europäischen Nerzes übernommen haben.