Reise ins Mittelalter: Burgfest in Torgelow lockt rund 1000 Besucher
Burgfest in Torgelow lockt rund 1000 Besucher

Hufgetrappel, Klappern von Rüstungen, Hämmern in der Schmiede und Musik aus mittelalterlichen Instrumenten: Beim Burgfest in Torgelow gab es wieder viel zu erleben. Castrum-Leiter Heiko Weiher gab anfeuernde Kommandos, wenn der Lastenkahn auf der Uecker ablegte und die Ruderer sich ins Zeug legten. Rund 1000 Besucher kamen zu dem Spektakel.

Castrum-Leiter Heiko Weiher und seine Mitarbeiter mussten rund 50 bis 60 angereisten Gästen aus Mittelaltervereinen und Mittelalterfans aus Friedland, Neustrelitz, Berlin und Umland, der Reiterstaffel vom Castrum Stargarde aus Burg Stargard und vielen anderen Orten Plätze für ihre Lager und Stände zuweisen.

Lob für die Organisation

Das Slawendorf Neustrelitz war zum zweiten Mal dabei. Marcel Neumann, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des Slawendorfs, leitete die Handwerkertruppe und lobte die hervorragende und entgegenkommende Organisation der Torgelower Burgherren.

Ralf Jähnicke von Codex Virtutum aus Neubrandenburg schätzt den besonderen Charakter in Torgelow. Anders als auf reinen Burgen oder Ritterfesten auf der Wiese gebe es hier Handwerkerhäuser, ein Kaufmannshaus und einen Speicher, sagte er.

Mittelalterliche Küche und Waffenschmied

Anita Gröger als Ida von Katzenow und Julian Jänicke als Benedikt Godenswege zeigten mittelalterliche Kochkünste. Sie bereiteten unter anderem ein Lauchmus aus Porree, Zwiebeln, Knoblauch und Mandelmilch zu. Das Gericht stamme aus einem rheinischen Kochbuch des 14. Jahrhunderts.

Helge Gerhardt betreibt in Blumenhagen bei Strasburg eine eigene Schmiede und stellt dort auf Wunsch mittelalterliche Waffen her. „Ich bin schon 20 Jahre dabei“, sagte er. Man kenne die Leute, unter den Besuchern und Akteuren habe er auch den einen oder anderen Kunden.

Ritter in schwerer Rüstung

Der Verein Rabenbanner war in diesem Jahr mit 20 Mitstreitern vertreten, mit Kindern seien es sogar 35 Personen gewesen, erzählte Vereinschef Michael Gransow. Der Verein mit Mitgliedern aus vielen Bundesländern zeigte historische Ritterkämpfe.

Eine volle Ausrüstung wiege 45 Kilogramm, so Gransow. Damit könne man gut laufen, „man ermüdet aber schneller“. Um das stemmen zu können, würden alle Ritter zu Fuß jede Woche Sport treiben. Die Fechtkünste könnten Mitglieder beim eigenen Fechtlehrer erlernen. Nach dem Burgfest blieben die Ritter in Torgelow, um am kommenden Wochenende in Burg Stargard erneut aktiv zu werden.

Reiterstaffel aus Burg Stargard

Ludewig von Stark vom Castrum Stargarde war mit Kettenhemd und Helm unterwegs – das brachte etwa 15 Kilogramm auf die Waage. Gemeinsam mit Kuno von Sonneburg zeigte er Waffengänge mit Schwert, Axt und Speer. Die beiden mussten auch einen Apfel mit der Axt spalten und Ringe stechen. Mit den Jahren gebe es freundschaftliche Kontakte zum Torgelower Verein, sagte von Stark.

Familie Willmer unterstützt das Fest

Auch die Familie Willmer aus Hammer an der Uecker war in mittelalterliche Kleidung gehüllt. Elena Willmer arbeitet als Grundschullehrerin in Torgelow und hatte während ihres Studiums Kontakt zu den Protagonisten in Torgelow und zu Mittelalterinitiativen bekommen. Mit der Zeit konnte sie ihren Mann Sven und die Kinder Mika und Torvi für dieses Hobby begeistern.

Seit diesem Jahr unterstützt die Familie das Fest auf der Burg. Sie bot den Gästen an, ein Brettspiel auszuprobieren. „Es ist immer harmonisch. Es ist schön, ein Teil davon zu ein“, sagte Elena Willmer.

Musik, Tanz und Lagerordnung

Immer wieder spielten Musikanten aus Tschechien und Polen auf. Dazu tanzte die brasilianische Tänzerin Adriana Melo, die ihren Mann in Deutschland gefunden hat und erneut beim Burgfest dabei war.

Heiko Weiher hat seit vielen Jahren den Hut im Castrum Turglowe auf. Damit alles wie am Schnürchen läuft, gibt es eine Lagerordnung.