Beim Detect Classic Festival im Schloss Bröllin bei Pasewalk verschmelzen klassische und elektronische Musik. Bis Sonntag verwandelt sich der denkmalgeschützte Gutshof in einen Ort, an dem Sinfonie und Synthesizer aufeinandertreffen. Mehr als 70 Musikerinnen und Musiker, Performancekünstler und DJs sind in diesem Jahr dabei.
Grenzen zwischen Club und Konzertsaal verwischen
Klassische, elektronische und experimentelle Musik verbindet das Festival, das im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. Ziel ist es, die Grenzen zwischen Club, Open Air und Konzertsaal zu verwischen – und das in einem kleinen Dorf in Vorpommern.
Paulina Sofie Kiss ist eine der Engagierten, die von Anfang an bei der Mitgestaltung des Festivals dabei war. „Für uns war das sehr wichtig, das Dorf mit reinzuholen“, sagt die Bratschistin. „Wir wollten nicht reinkommen und den Ort sprengen.“ Es sei weiterhin sehr wichtig, die Kultur im ländlichen Raum mitzugestalten.
Zusammenarbeit mit Musikproduzent Robot Koch
In diesem Jahr arbeitet das Detect-Ensemble eng mit dem Musikproduzenten Robot Koch zusammen. Für ihn sei interessant, weil er mit akustischen und organischen Sounds arbeite, das Ganze auch mal live auf die Bühne zu bringen. „Das auch auf diese Weise erlebbar zu machen, ist schon besonders“, so Koch.
Für Paulina Sofie Kiss ist es ein ganz neuer Zugriff auf klassische Instrumente, gerade wenn ein Synthesizer imitiert werde. „Oft wird es nebeneinander gestellt, aber wenn man in den Sounds forscht, kann man sich viel weiter begegnen, als man aus der rein klassischen Brille denken würde.“
Intensive Vorbereitung bis spät in den Abend
Während im Schatten der Bäume ein Leipziger Kollektiv ein riesiges Liege-Netz knüpft, verfolgt Festivalleiterin Jasmin Falk seit Tagen den Fortschritt. „Die Spannung steigt auf den Floors, weil alles fertig werden muss. In der Regel ist der Donnerstagabend nochmal sehr intensiv, weil bis spät in den Abend hinein weitergearbeitet wird.“
Viele der Helfer sind seit Jahren dabei und nehmen sich extra Urlaub. Zur Infrastruktur gehören Duschen und WCs, Trinkwasser und Strom – eine Aufgabe, der sich in den vergangenen Jahren die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern angenommen haben.
Festspiele sehen Festival als Abenteuer
Deren Organisationsleiter Toni Berndt ist viel auf dem Gelände unterwegs: „Für uns ist das ein Abenteuer, weil es sich stark von den Veranstaltungen unterscheidet, die wir sonst machen. Allein, dass es drei Tage am Stück sind.“ Sonst mache man vor allem Eintagesveranstaltungen. Man lerne wahnsinnig viel durch die Zusammenarbeit mit den anderen Gruppen.
Unterstützt wird das Festival auch vom NDR, der seit 30 Jahren ausgewählte Kulturprojekte fördert. „Vor allem wünschen wir uns, dass es inspirierend für das Publikum ist und dass hier Verbindungen entstehen“, so Jasmin Falk. „Und genau daran arbeiten wir jedes Jahr, dass das auch weiter passiert.“