Am Malchiner See brüten 13 Fischadlerpaare – sieben am Ostufer, fünf am Westufer. Auch am Ostufer des Kummerower Sees sind die Greifvögel heimisch. Um ihre Bestände wissenschaftlich zu erfassen, wurden die Jungtiere in diesem Sommer mit Unterstützung des Netzbetreibers E.dis beringt.
Warum die Vögel auf Strommasten nisten
Fischadler nutzen gern Strommasten als Nistplatz. „Daher wurden in der Vergangenheit bereits Nisthilfen installiert, um die Tiere zu unterstützen und gleichzeitig den sicheren Betrieb unserer Leitungen zu gewährleisten“, erklärt ein Sprecher der E.dis. Auf die Masten klettern dürfen die Naturschützer nicht – das übernehmen Fachleute des Netzbetreibers. „Am Boden werden die Vögel dann beringt“, sagt Ornithologe Aaron Hofmann.
Hofmann ist 21 Jahre alt, gelernter Forstwirt und im Auftrag des Landes als Beringer für die Betreuungsregion Ost zuständig. Die Aktion lief im Juni und Juli im Raum Malchin, Röbel, Torgelow und Altentreptow. Ehrenamtlich arbeitet er in der Beringungszentrale Hiddensee.
Rund 140 Jungtiere landesweit beringt
Für die Arbeiten schaltete die E.dis die betroffenen Leitungsabschnitte sicher. Die Jungvögel wurden kurzzeitig aus dem Horst genommen, beringt und zurückgesetzt. Der Zeitpunkt ist entscheidend: Die Tiere müssen groß genug für die Ringe sein, dürfen aber durch den Eingriff nicht beeinträchtigt werden.
Am Malchiner See wurden elf Jungtiere beringt. Die Daten vom Kummerower See sowie nahe Knorrendorf und Kleeth bei Stavenhagen sind noch nicht ausgewertet, so Hofmann. Insgesamt haben er und sein Team an 20-kV-Masten und 110-kV-Freileitungen landesweit rund 140 Jungtiere beringt – etwa die Hälfte des Landesbestands. „Die Beringung ist ein wichtiges Instrument, um mehr über die Entwicklung der Fischadlerbestände, ihre Zugwege und ihre Brutplatztreue zu erfahren“, sagt Hofmann.
Ringe machen Vögel eindeutig identifizierbar
Jeder Ring mache einen Vogel eindeutig identifizierbar. „Wenn später Meldungen aus anderen Regionen oder sogar aus Afrika eingehen, können wir nachvollziehen, wo der Adler geschlüpft ist und welche Wege er zurückgelegt hat.“ Die Meldungen laufen unter anderem in der Zentrale auf Hiddensee zusammen, einer von drei wichtigen Standorten für die wissenschaftliche Vogel-Beringung in Deutschland.
Ohne die Unterstützung des Netzbetreibers wäre der Fischadlerschutz nicht so erfolgreich. „Ohne die E.dis würde es dem Fischadler nicht so gut gehen“, sagt Hofmann, der bereits als Schüler vor sechs Jahren die Zusammenarbeit begonnen hat. „Hut ab, was sie für den Fischadlerschutz ermöglicht.“
Nisthilfen auf geeigneten Masten
Seit Jahren nutzen Fischadler im Nordosten Strommasten als Brutplätze. Um die Ansiedlung zu unterstützen und die Anlagen zu schützen, richtet die E.dis Netz GmbH in Abstimmung mit Kommunen, Behörden und Naturschutzorganisationen Nisthilfen auf geeigneten Masten ein. Die stabilen Horstunterlagen sollen sichere Brutplätze fördern und verhindern, dass herabfallende Äste oder instabile Naturhorste spannungsführende Teile gefährden.