Filmkulissen in MV: Von Anklam bis Wismar
Filmkulissen in MV: Von Anklam bis Wismar

Mecklenburg-Vorpommern diente schon vielen internationalen und deutschen Produktionen als Filmkulisse. Die Region bietet einzigartige Schauplätze, von der Ostseeküste bis zu den Schlössern im Binnenland.

Von Anklam bis Ahlbeck

Der in Schwerin aufgewachsene Regisseur Andreas Dresen schickte in seinem Spielfilmdebüt „Stilles Land“ von 1992 seinen Hauptprotagonisten, einen jungen Theaterregisseur, in die Provinz. Kai, gespielt von Thorsten Merten, verschlägt es an ein kleines ungenanntes Theater im hohen Norden, allerdings erkennbar als die Bühne in Anklam. Während draußen die DDR zerfällt, versucht er, mit „Warten auf Godot“ neue Energie in die triste Kleinstadt zu bringen.

Von Anklam ist es nicht weit bis nach Ahlbeck zur ältesten Seebrücke Deutschlands. Loriot drehte hier 1990 den Schluss seines Films „Pappa ante portas“. Die Brücke ist bis heute ein besonderes Fotomotiv.

Schwerin als Filmstadt

Auch Schwerin ist bei Filmemachern eine beliebte Kulisse: Zahlreiche Stadtansichten gibt es bereits im ersten DEFA-Kinderfilm in Farbe, „Störenfriede“ von 1953. Im DEFA-Film „Liebe mit 16“ von 1974 überlegen Jugendliche, wo sie in ihrer Freizeit hingehen können, zum Beispiel zum Pfaffenteich.

Doch nicht für jeden ist die Landeshauptstadt eine sehenswerte Stadt. Joachim Król in der Rolle des Kipp mit seinem Bruder Most, gespielt von Horst Krause, kommen in Detlef Bucks Komödie „Wir können auch anders“ 1993 nicht nach Schwerin, sie landen letztlich an der Ostsee. Die dazugehörige Fluchtszene mit dem Kutter wurde im Ostseebad Boltenhagen gedreht.

Von Darß bis Wismar

Ebenfalls am Ostseestrand, auf der Halbinsel Darß, agierten 1956 Simone Signoret und Yves Montand für die deutsch-französische Koproduktion „Die Hexen von Salem“. Allerdings wurde ein Filmdorf als Kulisse am Weststrand aufgebaut.

Als echte Filmkulisse diente der Güstrower Dom mit Barlachs Plastik „Der Schwebende“, zu sehen im DEFA-Film „Der verlorene Engel“ von 1966. Für gruselige Szenen in „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ von 1922 sorgten das Wassertor sowie der Innenhof der Heiligen-Geist-Kirche in Wismar.

Schloss Bothmer als Ostpreußen

Auch Schlösser, die für Ostpreußen herhalten dürfen, sind beliebte Filmmotive – wie im zweiteiligen Fernsehfilm „Die Flucht“ von 2007, als Maria Furtwängler als Gräfin von Mahlenberg im Sommer 1944 von Berlin in ihre ostpreußische Heimat zu ihrem Vater reist. Gedreht wurde damals unter anderem rund um das Schloss Bothmer in Nordwestmecklenburg – noch vor der umfangreichen Restaurierung. Seit 2015 ist die herrschaftliche barocke Dreiflügelanlage aus dem 18. Jahrhundert nicht nur von außen, sondern auch von innen zu betrachten.