Die Greifswalder FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Susanne Schmidt verkauft jetzt Nacktfotos auf der Online-Plattform OnlyFans. Die 44-jährige approbierte Ärztin hat sich vorerst gegen eine Anstellung im Krankenhaus entschieden. Als Grund nennt sie finanzielle Notwendigkeiten und Zeitprobleme.
Warum OnlyFans statt Klinik-Alltag
Susanne Schmidt ist seit 2024 Abgeordnete der FDP in der Greifswalder Bürgerschaft. Im vergangenen Jahr beendete sie ihr Medizinstudium als approbierte Ärztin. Bereits in der Vergangenheit fiel sie durch diverse Nackt-Kampagnen und feministische Aktionen auf, mit denen sie für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau warb.
Der Schritt zur Bezahl-Plattform OnlyFans, auf der Nutzer gegen einen monatlichen Beitrag Nacktbilder ansehen können, hat für die 44-Jährige einen einfachen Grund: „Ich möchte dem Staat offen gesagt nicht auf der Tasche liegen“, verrät Schmidt. „Meine Ersparnisse sind aufgebraucht. Auch der Studienkredit muss jetzt zurückgezahlt werden“, erklärt sie.
Doktorarbeit und politische Arbeit
Die Ärztin schreibt gerade ihre Doktorarbeit, was ihren Angaben nach noch etwa zwei Jahre dauern wird. Zeitprobleme seien der Grund, warum die Arbeit als Ärztin und das Schreiben der Doktorarbeit nicht zeitgleich gingen. „Wenn du als Ärztin einen neuen Job im Krankenhaus anfängst, sind Zwölf-Stunden-Schichten an der Tagesordnung. Mit der politischen Arbeit daneben hätte ich keine Zeit mehr für meine Forschungen zur Doktorarbeit“, sagt sie.
Arbeitslosengeld zu beantragen kommt für die 44-Jährige nicht in Betracht. „Ich könnte theoretisch arbeiten gehen. Aber gerade das Leistungsprinzip und der wirtschaftliche Gedanke sträuben sich in mir gegen das Arbeitslosengeld in meinem Fall. Ich möchte mich einfach selbst um mein Geld kümmern“, erklärt sie.
Bereits zwei Partei-Ausschlussverfahren
Auf die Idee mit dem OnlyFans-Account Geld zu verdienen, kam sie eigenen Angaben nach aufgrund von Kommentaren zu freizügigen Bildern auf ihren sozialen Netzwerken. In der Vergangenheit haben diese der FDP-Abgeordneten nicht nur Lob eingebracht – bereits zwei Partei-Ausschlussverfahren standen gegen sie im Raum, auch wegen ihrer Nacktauftritte im Internet.
„Ich rechne ehrlich gesagt jetzt auch wieder mit ein bisschen Gegenwind aus Teilen der Partei“, sagt die Abgeordnete. „Wir als Partei stehen für Selbstbestimmung und das Leistungsprinzip. Ich möchte dem Staat nicht auf der Tasche liegen und kann gleichzeitig die wichtige Nachricht der sexuellen Selbstbestimmung an andere Frauen senden“, erklärt sie. Ärztin und Nackt-Modell stünden keineswegs im Gegensatz zueinander.
Start am Samstag unter neuem Namen
Unter dem Namen Susanne Huldra Schmidt startet sie am Samstag ihren Versuch der finanziellen Freiheit durch Nackt-Content auf OnlyFans. Ein Abonnement ihrer Seite kostet 20 Dollar im Monat. „Ich zeige mich ganz natürlich und unbeschönigt. Gerade in einer Generation, die mit Britney Spears aufgewachsen ist, bei der die Brüste also grundsätzlich zu klein, die Schenkel zu dick waren, möchte ich wieder den natürlichen Frauenkörper zeigen und unterstützen“, erklärt sie.
Wie lange sie ihre Fotos im Internet verkaufen wird, weiß Schmidt noch nicht. Ihr Ziel sei allerdings schon irgendwann die Arbeit in einem medizinischen Beruf. „Ich würde gerne den Notarztschein machen - vielleicht einen Facharzt. Aber ich möchte der Gesellschaft auf jeden Fall etwas zurückgeben“, erzählt sie. Der Weg über die Doktorarbeit soll sie zu diesem Ziel führen.