Das Anklamer Hansefest am Ufer der Peene hat in diesem Jahr nur etwa 11.000 Gäste angezogen – in guten Jahren waren es bis zu 20.000. Die Organisatoren führen die enttäuschende Bilanz auf mehrere Faktoren zurück.
Hitze und Konkurrenzveranstaltungen belasten das Fest
Eine wesentliche Rolle spielte die Hitze am Samstag mit Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Die Promenade entlang der Peene blieb am sonst gut besuchten Samstagnachmittag recht leer, und die wenigen Schattenplätze konnten kaum Abhilfe schaffen. Auch mancher Bühnenkünstler präsentierte sein Programm teils nur einer Handvoll Gästen.
Einzig der Freitagabend mit dem Auftritt von Stargast Vincent Gross und dem Feuerwerk sei von den Besucherzahlen her zufriedenstellend gewesen.
Diskussionen im Vorfeld und Werbeeinsparungen
Anne-Katrin Woydt aus dem Kulturbüro im Anklamer Rathaus und Lydia Klüber, Inhaberin von Blueberry Events, der von der Stadt beauftragten Agentur, sehen jedoch nicht allein das Wetter als ausschlaggebend. Sie führen die Besucherzahlen unter anderem auf die langen Diskussionen im Vorfeld zurück. „Das Fest war de facto abgesagt“, stellt Lydia Klüber klar. Am Ende sei dann wohl bei vielen Menschen nicht mehr angekommen, dass das Hansefest doch noch stattfindet.
Aus Kostengründen musste zudem an Werbemaßnahmen für das Umland gespart werden. Die Zeit für die Ankündigungen war knapp, da erst rund acht Wochen vor dem Termin feststand, dass das Fest überhaupt gefeiert wird. Mit dem Konzert des Rappers Materia in Rostock habe es beim jungen Publikum am Freitag eine große Konkurrenzveranstaltung gegeben, ergänzt Anne-Katrin Woydt.
Abläufe positiv bewertet – Zukunft ungewiss
Ob es sich für die Agentur am Ende gerechnet hat, weiß Lydia Klüber bisher nicht. Positiv ordnen die beiden Veranstaltungs-Profis jedoch die Abläufe ein. Insgesamt sei alles nach Plan verlaufen, auch wenn stellenweise spontan gehandelt und kurzfristige Lösungen gesucht werden mussten. Das sei bei Großveranstaltungen nichts Besonderes. Unter den gegebenen Voraussetzungen hätten sie das Beste rausgeholt, sind sie sich einig.
Ob und in welcher Form 2027 wieder ein Hansefest gefeiert wird, liegt laut Anne-Katrin Woydt erneut an der Haushaltslage und den Entscheidungen der Stadtpolitik. Als Blaupause für eine verkleinerte Version mit nur zwei Bühnen und verändertem Programm könne das zurückliegende Fest nicht dienen. Aufgrund des anvisierten Baustarts für das Hansequartier auf der Peenesüdseite müsste zudem der Bereich für die Hauptbühne neu geplant werden. Ein Umzug an den Flugplatz, wie für den Anklamer Flohmarkt vorgesehen, ist jedoch nicht geplant. Das Hansefest soll demnach weiterhin am Peeneufer gefeiert werden, nur das „wie“ stehe erneut zur Debatte.