Sondervermögen: Schulcampus Rastow wird für zwölf Millionen Euro saniert
Sondervermögen: Schulcampus Rastow wird saniert

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim gehört zu den am dünnsten besiedelten Deutschlands. Um junge Familien anzuziehen, wird der Schulcampus Rastow weiter ausgebaut – mit Geldern aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur.

Veraltete Fenster und bröckelnder Putz

Die Schulleiterin der Ernst-Alban-Regionalschule in Rastow, Brita Splisteser, öffnet ein Fenster zum Innenhof: „Die Fenster sind von 1975 und es wurde nie etwas daran gemacht. Mittlerweile lohnt es auch wirklich nicht mehr, da neue Farbe draufzuschmieren oder neu zu verkitten. Die sind so instabil und kaputt, dass die Rahmen auseinanderfallen.“ Ihr sei selbst mal ein Fensterkreuz entgegengekommen und habe sie schwer verletzt, erzählt sie. Im Untergeschoss bröckelt der Putz von den Wänden, die Räume wirken insgesamt wie aus der Zeit gefallen. „Hier sehen sie das besonders am Kabelsalat. Da wusste keiner mehr, was Klingelanlage, Internet oder Telefon ist.“ Derzeit steht das Gebäude leer, die 350 Schülerinnen und Schüler werden in einem Container auf dem Gelände unterrichtet.

Barrierefreiheit und moderne Lernbedingungen

„Die Jugend ist unsere Zukunft. Das ist ganz wichtig“, sagt Bürgermeisterin Ute Bachmann. Hier sollten sie moderne Lernbedingungen vorfinden. Auch die Lehrkräfte sollten nach den neuesten Methoden unterrichten können, sagt sie. Digitale Tafeln und alles, was dazugehöre, müsse schon da sein, um auch junge Lehrer an die Schule zu bekommen. Die Leiterin des Bauamtes der Gemeinde Rastow, Melanie Adler, fügt hinzu: „Aufgrund der fehlenden Akustik in einzelnen Räumen konnten einige Kinder diese Schule nicht besuchen.“ Es sei keinem Schüler gelungen, in die erste Etage zu kommen oder die Schule überhaupt zu besuchen, weil es bisher keinen barrierefreien Zugang gebe. Auch dieser Umstand würde mit der Kernsanierung beseitigt werden.

Durchbruch bis in den Keller und neues Atrium

Ein Fahrstuhl wird eingebaut, alte Dämmplatten und Fenster fliegen raus. Architekt Frank Zeidler zeigt seine Entwürfe: „Das Gebäude wird quasi einmal komplett ausgezogen. Alles, was massiv Betonbau ist oder fest verbaut ist, wird stehenbleiben.“ Das bisherige Herzstück der Schule, ein Atrium, wird komplett neu gestaltet – durch meterhohe, schräge Holzstützen, die an einen Wald erinnern sollen, und durch einen Durchbruch bis in den Keller. „So schaffen wir einen riesengroßen Raum, der auch vom Keller aus nutzbar ist. Das Atrium werden wir überdachen, dann ist es vor Witterungseinflüssen geschützt“, so der Architekt.

Finanzierung und Entwicklung der Region

Die Umbaukosten belaufen sich bis zum Jahr 2028 auf zwölf Millionen Euro. 4,4 Millionen stammen dabei aus dem Bundessondervermögen Infrastruktur. Für die Gemeinde mit seinen knapp 2.000 Einwohnern sei das Geld ein Segen, sagt Landrat Stefan Sternberg. „Das Einzugsgebiet der Gemeinde ist sehr groß und wir sind hier in einem Flächenlandkreis, also in einer sehr dünn besiedelten Region“, sagt er. Darum gebe es sogenannte Schwerpunktsetzungen, um den Schulstandort für die nächsten zehn Jahre zu sichern und die Möglichkeit zu schaffen, die Infrastruktur zu verstärken. Um auch junge Familien zu gewinnen, gebe es parallel dazu einen Bebauungsplan für 14 Eigenheime. Die Region sei zudem durch die Autobahnanbindung an die A24 und künftig die A14 attraktiv für Pendler. Alle Beteiligten sind sicher: Diese Investitionen sind sinnvoll und richtig, damit sich die Region weiter entwickeln kann.