Heiko Kühl zeigt Neubrandenburg auf Instagram: „We Love Neubrandenburg“
Instagram-Projekt „We Love Neubrandenburg“: Heiko Kühl zeigt die Stadt

Seit Ende 2022 zeigt Heiko Kühl auf seinem Instagram-Konto @welove_neubrandenburg, was in Neubrandenburg passiert. Der 55-jährige Hobbyfotograf ist überall dabei, wenn etwas in der Vier-Tore-Stadt geschieht. Er präsentiert Veranstaltungen und Angebote, um die Stadt positiv darzustellen.

Ein Leben für Neubrandenburg

Kühl ist zwar nicht in Neubrandenburg geboren, zog aber schon als Baby dorthin. „Solange ich denken kann, bin ich Neubrandenburger“, sagt er. Seine gesamte Biografie von der Schule über die Ausbildung bis zum Berufsleben spielt sich hier ab. Neben seiner Tätigkeit in den Sozialen Medien arbeitet er als Kundenberater.

In seiner Jugend träumte er davon, in eine größere Stadt zu ziehen. Da Familie, Freunde und Arbeit in Neubrandenburg sind, sieht er keinen Grund zu gehen. In den letzten Jahren bemerkte er eine Veränderung: „Es ist deutlich lebendiger geworden, als würde eine neue Generation die Fäden in der Hand haben.“

Zwei Stunden täglich für das Hobby

Rund zwei Stunden investiert Kühl täglich in „We Love Neubrandenburg“ – für die Suche nach Themen, das Fotografieren, Bearbeiten und Veröffentlichen. Das ist nur dank seines Partners möglich. Eine Kommerzialisierung des Kontos plant er nicht, da es für ihn ein Hobby bleibt. „Ich bin ein Freigeist und ich mache das so, wie es aus mir heraussprudelt“, erklärt er. Sein Ziel ist es, positive Energie und gute Laune zu vermitteln.

Bevor er das Konto startete, veröffentlichte er Handyfotografien auf seinem kommerziellen Instagram-Konto @elfestivalito. Dort wählte er Neubrandenburg als wiederholendes Motiv. Mit dem Erfolg erreichte er, dass Fotos der Stadt den gleichen Anklang wie Bilder aus Amsterdam oder London fanden. Als sich die Plattform von Bildern zu Videos und Informationen wandelte, begann er mit „We Love Neubrandenburg“. Damit wollte er der Negativität um die Montagsdemonstrationen entgegenwirken: „Es gab Menschen, die immer montags auf die Straße gegangen sind, die haben laut Krawall gemacht und schlechte Stimmung verbreitet“, sagt er: „Wir benötigten positive Signale.“

Vom Smartphone bis zur Ausstellung

Anfangs startete er das Projekt mit einer weiteren Person, doch wegen unterschiedlicher Ansichten trennten sich die Wege. Seine Idee ist es, Unternehmen und Veranstaltungen beim Start zu helfen, damit sie später allein auf digitalen Plattformen weitermachen können.

Obwohl er in seinen Zwanzigern mit einer analogen Kamera begann, nutzt er inzwischen sein Mobiltelefon. Die analoge Fotografie sei zu aufwendig, weshalb er sein Handy bevorzugt. Die meiste Zeit verbringt er in der Innenstadt, was seine Motive prägt, etwa das Haus der Kultur- und Bildung oder den Marktplatz. Oft sucht er Spiegelungen in Pfützen, Autodächern oder Fenstern.

Zuletzt zeigte er seine Bilder in der Ausstellung „Das Gefühl von Zuhause“ in der Galerie am Hafen, zusammen mit Malereien des ukrainischen Künstlers Vladyslav Popereka. Im September stellt er während des Kulturherbstes in der Galerie am Hafen zu Thema Vielfalt aus und Ende September mit weiteren Fotos in der gegenüberliegenden Halle 8 beim „Studio am See“-Festival.