In Loitz wird es eng bei Familie Storch: Der Nachwuchs, der auf dem Gelände der alten Gärtnerei geschlüpft ist, wird langsam flügge. Hobby-Fotografin Karin Heymann beobachtet die Entwicklung regelmäßig mit ihrer Kamera und hat bereits mehrere beeindruckende Momente festgehalten. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Jungtiere sich entwickeln, auch wie sie miteinander umgehen. Manchmal sieht es aus, als würden sie sich liebevoll anschauen“, berichtete sie auf Nachfrage.
Erste Flugversuche: Trockenübungen im Nest
Ende Juli konnten die beiden Jungstörche noch nicht fliegen, aber „es sieht so aus, als würden sie im Nest schon Trockenübungen machen“, beschrieb Heymann die Situation. Während sich die beiden auf ihr Leben in der Luft vorbereiten, sorgen die Eltern dafür, dass der Nachwuchs bei Kräften bleibt: „Es ist viel Bewegung dort am Storchenstandort. Die erwachsenen Störche fliegen fleißig hin und her, um Futter heranzuschaffen“, sagte sie. Aus Gesprächen mit Anwohnern weiß sie, dass viele Loitzer die Freude über dieses Naturschauspiel teilen.
Storchennachwuchs auch in Hohenbollentin, Quitzerow und Vorwerk
Auch in Hohenbollentin, Quitzerow und Vorwerk gibt es Storchennachwuchs. In Hohenbollentin versuchen die beiden Jungstörche, das Nest zu verlassen, werden aber von den Eltern noch versorgt. Sie sind der erste Nachwuchs seit zwei Jahren in dem Dorf. In Quitzerow ist der Nachwuchs bereits flügge – Anwohner konnten beobachten, wie die Storchenfamilie das Nest verlässt und auf Nahrungssuche geht. Auch der Demminer Ortsteil Vorwerk freut sich über zweifachen Nachwuchs.
Storchenpopulation in MV leicht angestiegen
Die vielen Jungstörche lassen einen Anstieg der Population erahnen. Ein Experte der Nabu-Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz bestätigt: „In den nächsten Wochen werden in MV die Brutpaare fertig ausgezählt, aber in einigen Regionen lässt sich schon erahnen, dass es einen leichten Anstieg gibt.“ Das liege vor allem daran, dass die Störche aus MV nur noch bis Spanien oder Marokko fliegen – die Zugverkürzung erhöhe ihre Überlebenschancen. In Deutschland gibt es in diesem Jahr 15.000 bestätigte Brutpaare – „so viele, wie in den letzten 100 Jahren nicht“, so der Experte.