In Boizenburg (Elbe) fertigt die Drinkuth AG auf einem Gelände von über zwei Hektar hochwertige Türen und Fenster für den deutschen Markt. Damit besitzt die Elbestadt ein Alleinstellungsmerkmal: Das Fertigungsgelände ist deutschlandweit die größte zusammenhängende Fenster- und Türenfabrik. „Die anderen Firmen in unserem Segment produzieren an mehreren Standorten“, erklärt Prokurist Alexander Demps.
Wechsel nach Mecklenburg-Vorpommern
Der vorhandene Platz war für das Unternehmen ein Grund, den Firmensitz 1992 nach Mecklenburg-Vorpommern zu verlegen. Damit gehörte Drinkuth zu den ersten Firmen im damals neuen Gewerbegebiet am Gammgraben in Boizenburg. Vorstandschef Markus Schmees bereut die Entscheidung nicht: „Ich liebe diese Region und bin hier stundenlang mit dem Fahrrad unterwegs. Die Landschaft und die Menschen sind einfach toll“, sagte er anlässlich des Besuchs von Till Backhaus (SPD), zu dessen Wahlkreis Boizenburg gehört.
Ausbildung als Schlüssel gegen Fachkräftemangel
Am Standort Boizenburg beschäftigt die Drinkuth AG 220 Mitarbeiter, die meisten sind seit vielen Jahren im Unternehmen. „Wir bilden auch selbst aus, denn auch wir haben viele Mitarbeiter, die in den nächsten Jahren in Rente gehen, daher ist die Ausbildung für uns ein Weg, die entstehenden Lücken nachbesetzen zu können“, erläutert Schmees. Bisher habe Drinkuth immer ausreichend gute Bewerber gefunden, auch in diesem Jahr seien die Ausbildungsplätze gut besetzt worden.
Investitionen in Mitarbeiter und Betriebsklima
„Wir tun auch einiges für unsere Mitarbeiter und investieren in Gesundheitsangebote, Fortbildung und familienfreundliche Bedingungen“, so der Unternehmenschef. Das zahle sich aus, denn die Firma könne auf ihre Mitarbeiter zählen und das Arbeitsklima sei gut. „Und das, obwohl hier Mitarbeiter aus 20 Nationen arbeiten“, betont Schmees. Seiner Ansicht nach ist das Miteinander kein Problem, wenn bestimmte Grundsätze eingehalten werden.
„Wir achten darauf, nur ein oder zwei Kollegen aus einem Land zu beschäftigen, denn dann gibt es keine sich separierenden Gruppen, sondern die Integration ist quasi ein Selbstgänger“, führt Schmees aus. Zudem achte das Unternehmen auf einen fairen Umgang – nicht nur zwischen Nationen, sondern auch über Hierarchiegrenzen hinweg. „Kritik muss es geben, aber der Ton ist entscheidend – es muss darum gehen, ein Problem zu lösen, nicht jemanden schlecht zu machen.“
Wirtschaft und Politik an einem Strang
Diese Grundhaltung gelte auch im Umgang mit Kunden, anderen Unternehmen und der Politik. „Letztendlich sitzen wir alle in einem Boot, Wirtschaft und Politik können nur gemeinsam konstruktive Lösungen für unser Land entwickeln, nicht gegeneinander“, machte Schmees im Gespräch mit Backhaus deutlich. Den Menschen in Deutschland gehe es immer noch sehr gut, auch wenn die Gesellschaft vor Herausforderungen stehe. „Das schafft man nur gemeinsam, das müssen wir uns immer wieder klarmachen“, so Schmees.