Moritz Dressel, seit einem Jahr Manager des Marktplatz-Centers in Neubrandenburg, kündigt für den 18. September die Eröffnung einer Filiale des Uhren- und Schmuckgeschäfts Christ an. Im Interview mit Bastian Bönisch zieht er eine durchweg positive Bilanz, räumt aber auch Probleme wie die gestiegene Leerstandsquote ein.
Positive Bilanz nach einem Jahr
Dressel hebt hervor, dass im Marktplatz-Center eine einheitliche Mindestöffnungszeit bis 19 Uhr eingeführt wurde, wovon das Einkaufszentrum profitieren werde. Zudem wurde nach 19 Jahren eine komplett neue Weihnachtsdekoration angeschafft, die Ende November erstmals eingeschaltet werden soll. Mit Tina Lietzau-Grams habe man ein „super sympathisches Gesicht“ für das Center gewonnen, das den Auftritt in den sozialen Medien ausbaut. Auch das Maskottchen Herr Krämer sei ein Neuzugang, dessen Kostüm Dressel selbst getragen habe – die Resonanz sei super.
Herausforderungen und Leerstand
Die Zeit für den Handel sei herausfordernd, so Dressel. Mehrfach hätten sich Gastronomen ansiedeln wollen, doch Banken hätten ihnen keine Kredite gegeben. Die ehemalige Postbank-Filiale stehe seit Ende Juni leer. Die Leerstandsquote liege aktuell bei rund acht Prozent, bezogen auf die Fläche. „Leider habe ich es nicht geschafft, die Leerstandsquote zu verbessern“, sagt Dressel. Trotzdem verzeichne das Center weiterhin rund 16.000 Besucher pro Tag.
Neueröffnung und Auszüge
Am 18. September eröffnet eine Christ-Filiale im Erdgeschoss. Dafür wurden die Verkaufsflächen der ehemaligen Yves Rocher- und Wolsdorff-Shops zusammengelegt. Zum Auszug von Ernstings Family ins benachbarte Marien-Carrée sagt Dressel: „Das ärgert mich insofern, als dass wir einen weiteren Leerstand haben. Ernstings Family wünsche ich aber alles Gute, wir haben hier eine Partnerschaft auf Augenhöhe gehabt, die positiv endet.“
Die Gründe für Auszüge seien unterschiedlich: Manchmal liefen Konzepte aus, wie beim Bubble Tea, manchmal gebe es Konzernentscheidungen wie bei McDonalds, GameStop oder Depot. McDonalds sei eine hochrentable Mini-Filiale gewesen, doch die strategische Ausrichtung habe sich verändert.
Interessenten und Zukunftspläne
Dressel nennt aus dem Stegreif fünf Interessenten für Verkaufsflächen. Viele Gespräche führten aber die rund 20 Kollegen der Betreibergesellschaft ECE Marketplaces. Die interessierten Unternehmen hätten Stillschweigen vereinbart, daher könne er keine Namen nennen. Die Dauer von der Anfrage bis zur Eröffnung variiere stark – von drei Monaten („Hungry Ninja“) bis zu einem Jahr.
Alternative Konzepte wie in anderen Neubrandenburger Centern seien auch im Marktplatz-Center denkbar, aber perspektivisch. Zu seinem Alltag gehören viele Kooperationen, etwa mit dem Jazz-Frühling, dem Neubrandenburger Eisenbahn-Club oder der Störtebeker-Brauerei. Am 17. Oktober findet ein Pokémon-Karten-Tauschtag mit dem Philharmonischen Orchester statt. Weitere größere Projekte seien nicht in der Pipeline, sondern viele kleine Verbesserungen wie der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage. Als Wunschmieter nennt Dressel Konzepte der Inditex-Gruppe wie Pull&Bear, Bershka oder Zara sowie Jeans Fritz und Søstrene Grene.