Mühlendach in Neu Vorwerk dicht – Notdach macht nun Ärger
Mühlendach dicht – Notdach macht Ärger

Eine wichtige Etappe ist geschafft: Bei der Sanierung der Erdholländer-Mühle in Neu Vorwerk ist der Mühlenturm nun endlich mit Bitumenschindeln verkleidet. „Der Turm ist nun komplett regendicht und hält wieder die nächsten 100 Jahre“, freut sich Eigentümer Ingo Arlt.

Sanierung des Mühlenturms dauerte länger als geplant

Die Sanierungsarbeiten an dem Mühlenturm sollten eigentlich schon 2024 komplett abgeschlossen sein, berichtet Arlt. Geplant war, bis dahin das gesamte Balkenwerk, die Schalung des Turms sowie die Schindeln zu erneuern. Doch dann wurden plötzlich Mehrarbeiten nötig. „Als damals die ,Verkleidung' des Mühlenturms abgenommen wurde, stellte sich heraus, dass mehr Balken des Fachwerks kaputt waren, als gedacht“, erzählt der 57-Jährige. Die damalige Sanierung war mit 180.000 Euro veranschlagt, was durch eine Leader-Förderung mit großzügiger Unterstützung der Gemeinde sowie mit Eigenmitteln gestemmt werden sollte.

Aber das Geld sei schon aufgebraucht gewesen, bevor diese Maßnahme abgeschlossen war. „Sämtliche Arbeiten, die dann noch anstanden, konnte ich selber ausführen, weil ich Handwerker bin“, erklärt Tischler Arlt. Aber auch die Eigenmittel für die restlichen Arbeiten und jede Menge Zeit musste er dafür aufbringen. So sei er in jeder freien Minute zum Erdholländer gefahren. 2024 konnte er noch die Arbeiten am Fachwerk beenden. Im Jahr darauf begann er mit der Schalung des Mühlenturms und trug eine erste Bitumenschicht auf.

Bitumenschindeln statt teurem Holz

Dieses Jahr habe er nun auf einer Fläche von etwa 180 Quadratmetern Bitumenschindeln aufgebracht. „Ursprünglich hätte man dafür Holzschindeln verwendet, aber die kosten heutzutage um die 100.000 Euro und seien einfach unbezahlbar“, sagt Ingo Arlt.

Notdach ist nicht mehr im besten Zustand

Der Mühlenfan hatte 1991 das Grundstück mit den damals abrissreifen Zwillings-Windmühlen erworben. Zunächst sanierte er die größere von beiden, die Galerieholländer-Windmühle. Seit 2010 erneuert er nun Schritt für Schritt das kleinere Modell, die Erdholländer-Windmühle. 2017 war der Mühlenkopf abgenommen und ein Notdach aufgesetzt worden, damit keine Schäden am alten Mühlenturm entstehen, so Arlt.

Doch auch das Notdach ist mittlerweile nicht mehr im besten Zustand. „Es wird langsam undicht. Bei Regen nässt es durch“, beobachtet Ingo Arlt. Deshalb solle in einem nächsten Schritt der Mühlenkopf saniert werden. Damit das möglichst schnell geschehen könne, habe er bereits einen Antrag auf Leader-Fördermittel eingereicht. Sein Anteil sei bereits abgesichert.

Hoffen auf baldige Sanierung des Mühlenkopfs

„Der Mühlenkopf wird bei einer Spezialfirma in einer Werkstatt auseinandergenommen und dann Stück für Stück aufgearbeitet und wieder aufgesetzt“, erläutert Arlt. Das sei eine Arbeit, die im Winter erledigt werden könne, hofft er auf einen zeitigen Start. Im Frühjahr könnte der Mühlenkopf auf den Mühlenturm wieder aufgesetzt werden.

In einem letzten Schritt möchte er im Erdholländer eine Ferien-Wohnung einrichten. „Hier kann man vom Stress des Alltags runterkommen und die mecklenburgische Weite genießen“, stellt sich Arlt vor. Die Galerie-Holländer-Windmühle solle dagegen als funktionstüchtiges technisches Denkmal der Öffentlichkeit wieder zugänglich sein.